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Waldmensch (Mars)

Aus Maddraxikon
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Disambig-dark.jpg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Waldmenschen vom Mars; für den Waldmenschen in Berlin siehe Waldmensch (Berlin).

Als Waldmenschen werden die naturverbundenen Vertreter des Waldvolks auf dem Mars bezeichnet, von den Städtern werden sie häufig Wurzelfresser geschimpft.

Beschreibung

Die Waldmenschen führen ein Leben, das an die Natur angepasst ist. Die Waldmenschen sind kälteresistent und haben schier übernatürliche Fähigkeiten, die auf die Bio-Technik der Hydree zurückgeht. Durch mentale Kräfte können sie Pflanzen und Bäume bewegen oder sich gegenüber anderen Lebewesen "unsichtbar" machen, indem sie sich deren Wahrnehmung entziehen. Außerdem können sie mittels bestimmter Kräuter Fieber erzeugen und Menschen willenlos machen. Über große Entfernungen hinweg können Sippenangehörige einander spüren und fühlen, wie es dem anderen ergeht.

Wenn sie ihre Kräfte kollektiv vereinen, sind noch weitaus mächtigere Dinge möglich wie etwa die Herbeirufung eines Sturms, die Macht über das Wasser o.ä. (MX 157)

Waldmenschen nehmen Radioaktivität als negativen Einfluss sehr deutlich wahr.

Sprache

Sie sprechen einen Dialekt, der von den Städtern teilweise nicht mehr verstanden wird. (MX 155)Viele Waldmenschen kommunizieren auch mit Tieren oder über die Sprache der Tiere. Vor allem Vögel dienen ihnen als Boten über weite Entfernungen. (MX 156)

Gesellschaft

Sie leben in Sippen, die jeweils von einem Baumsprecher angeführt werden, die wiederum dem Ersten Baumsprecher unterstellt sind.

Sie wohnen auf Bäumen in überdachten, nestartigen Behausungen aus einem weißlich grauem Material. Die Behausungen werden von den Tjork erbaut, mit denen die Waldmenschen in Symbiose leben. Manche dieser Nester erstrecken sich auf mehrer Etagen, manche bestehen nur aus einem Raum. Die Bäume sind untereinander mit Stegen verbunden. Wendeltreppen führen vom Boden hinauf in dieses Waldreich.

Politik

In einer Waldsiedlung gibt es einen Baum, in dessen Innern sich eine Höhle von 10 m im Durchmesser befindet, die Ratskammer. Hier tagt der Rat der Waldmenschen. Der Baum entscheidet über die Zusammensetzung des Rates, in dem er wählt, wen er einläßt und wen nicht.

Sitten und Gebräuche

Die Waldmenschen leben in freiwilliger Isolation, heißen aber Fremde stets willkommen. Auch lehnen sie die Technik zwar generell ab, sind aber durchaus fähig, sie zu benutzen, wenn sie sie brauchen. Um fortschrittliche Produkte zu erwerben, verkaufen sie Lebensmittel und Stoffe in den Städten, wofür sie Datenkristalle mit Arbeitszeitbeträgen erhalten, die sie eintauschen können.

Zur Begrüßung legen sie dem anderen die Hand auf das Herz, um an dessen Herzschlag das Wohlbefinden ihres Gegenübers spüren zu können.

Das Beerdigungsritual funktioniert folgendermaßen: die Trauergemeinschaft versammelt sich um den Totenbaum. Der Tote wird von den Tjork eingesponnen und dann unter feierlichem Gesang in das Geäst des Baumes gezogen. Je älter ein Toter ist, umso näher rückt er an oder sogar in den Stamm. Danach gibt es ein "Lebensmahl": man ißt Getreidebrei, der mit bitteren Kräutern durchsetzt ist, um die Bitterkeit des Todes zu symbolisieren. (MX 157)

Ein besonderer Gesang zu Ehren der Toten ist der Große Hymnus vom Sieg des Lebens über den Tod, der aus der Zeit des Ersten Bruderkrieges stammt. Es ist ein schwermütiges, mehrstrophiges Lied, dass aber ergreifend und tröstlich zugleich wirkt. (MX 175)

Das Symbol der Waldmenschen ist ein V-förmiges Korallensymbol mit einem stilisierten Baum im Hintergrund. (MX 157)

Geschichte

Entstehung und Frühzeit

2246 zerstörte ein Blitz die Spitze des Otmanu und entließ damit die Tjork, die dort oberhalb des Labors der Hydree Milliarden Jahre lang in ihren Eiern schlummerten. Die Tjork überfielen eine Farm in der Nähe von Vegas und infizierten dort viele Menschen mit einer Flüssigkeit, die den Menschen den Willen raubte und dem Willen der Tjork unterwarf.

Diese Menschen zogen unter ihrer Anführerin Shola Angelis nach der Erdbeben-Katastrophe, die noch im selben Jahr Vegas zerstörte, in den Wald. Sie erkannten, daß die Tjork nicht ihre Feinde waren und sie mit ihnen in Einklang leben wollten. So kam es zu einer Symbiose zwischen Tjork und den ersten Waldmenschen.

In der ersten Zeit hatten es die Waldmenschen sehr schwer. Die ersten Kinder wurden tot geboren und anschließend auf dem Friedhof der Frühen begraben. Dort wuchsen nach einiger Zeit Korallenbäume, die den neuen Waldbewohnern zeigten, wie sie im Wald überleben konnten. Sie gelten seitdem als heilige Bäume. Vermutlich entstammt ihnen auch ein Teil der außergewöhnlichen Fähigkeiten der Waldbewohner. Zusätzlich bekam Shola Angelis Kontakt zur Baummutter, die ihr vieles erklärte, was im Wald passierte.

Die Waldmenschen waren den Städtern von vornherein unheimlich. Mehrere Patrouillen schickten die Bewohner von Phoenix in den Wald, von denen aber nur eine zurückkehrte. Den Höhepunkt erreichte dieser "Bruderkrieg" 2262, als der Bürgermeister von Phoenix, Rondo Gonzales in den Wald eindrang und mit der Artefakt-Waffe die Baummutter ermordete.

Nachdem Rondo Gonzales seine gerechte Strafe erhalten hatte, herrschte lange Zeit Frieden. Die Waldmenschen passten sich mit den Generationen besser an die natürliche Umgebung an.

Ende des 25. Jahrhunderts zogen Botschafter der Baumsprecher in die Städte, um den Städtern ein Leben im Einklang mit der Natur zu predigen und mit ihnen zu handeln.

26. Jahrhundert

Anfang 2522 beschlossen die Waldmenschen unter Führung von Windtänzer, Matthew Drax zu entführen, da sie in ihm eine Gefahr für die marsianische Gesellschaft vermuteten. Auch fürchteten sie, er könne sein Erdenwissen an die Städter weitergeben und ihnen so zu gefährlichen Waffen auch gegen die Waldmenschen verhelfen. Die spektakuläre Aktion gelang und rettete dem Erdmann vorerst das Leben, da im Rat beschlossen worden war, ihn zu exekutieren. (MX 155) Der Rat beschloss daraufhin, ein Exekutivkommando unter Carter Loy Tsuyoshis Führung in den Wald zu schicken. Er suchte sofort die Siedlung auf, in der Windtänzer mit seiner Familie lebte. Da die Waldmenschen ihm nichts verraten wollten, drohte er, die Bäume zu fällen, was für sie ein unsagbarer Frevel war. Da sie immer noch nichts verrieten, setzte er die Bäume mit einem Flammenwerfer in Brand und zerstörte schließlich die gesamte Siedlung. Er ließ Felsspalter festnehmen und nach Elysium bringen, während dessen Zwillingsschwester Rosen in den Flammen den Tod fand. (MX 156) Felsspalter wurde bald darauf befreit, indem man einen Sturm über Elysium schickte. (MX 157)

Um Konflikten in der Zukunft von vornherein besser begegnen zu können, erteilte Maya Joy Tsuyoshi den Waldmenschen 2522 einen Sitz im Rat mit dem neugegründeten Amt des Friedenssprechers. (MX 163)

Nach dem Erdbeben in Utopia kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Waldmenschen und vielen Städtern, die in den Wald geflüchtet waren, da es zu Umweltzerstörungen kam und die Waldmenschen nicht mehr ungehindert ihrem Lebensstil nachkommen konnten. In einer großen Versammlung konnten diese Konflikte gütlich bereinigt werden. Die meisten Städter verließen wieder den Wald, diejenigen, die blieben, schlossen sich den Waldmenschen an und akzeptierten die neuen Lebensbedingungen nach deren Regeln. (MX 173)

Anfang September 2522 brach eine Seuche unter den Waldmenschen aus, die durch den ISS-Virus verursacht wurde. Diesen hatte Carter Loy Tsuyoshi heimlich und absichtlich aussetzen lassen, um seine Wirksamkeit zu prüfen. Außerdem begann er, Bäume zu roden und zu verbrennen. Dies führte Ende September schließlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Gut tausend Waldmenschen griffen völlig aufgebracht die Städter an und verursachten ein Massaker. (MX 174)

Im November 2527 hatten sich alle Waldmenschen aus den Städten zurückgezogen. (MX 308) Mit nahen des Streiters kam es zur Beeinflussung Windtänzers. Dieser wiederum beeinflusste die Waldleute. Sie sprengten auf sein Geheiss die fünf Türme der Marsfamilien und weitere Teile der Städte und gingen gnadenlos gegen die Städter vor. Diese flohen und ihre Häuser wurden von den Waldleuten besetzt. (MX 311)