Menü aufrufen
Toggle preferences menu
Persönliches Menü aufrufen
Nicht angemeldet
Ihre IP-Adresse wird öffentlich sichtbar sein, wenn Sie Änderungen vornehmen.
Am 9. Mai 2026 sind wir auf der ColoniaCon anzutreffen und im Anschluss auch beim diesjährigen MADDRAX-Fantreffen. Jetzt noch schnell hier zum Fantreffen anmeldenund mit dabei sein!

Festung des Blutes (Gebäude)

Aus Maddraxikon
Dieser Artikel befasst sich mit dem Gebäude Festung des Blutes. Für den gleichnamigen Heftroman, siehe: Festung des Blutes (Gebäude).

Dieser Artikel wurde in die Liste der Exzellenten Artikel aufgenommen.

Matt und Aruula auf der Flucht aus der Festung des Blutes
Cover MX 5
© Bastei-Verlag

Die Festung des Blutes war das Hauptquartier einer Nosfera-Sippe in Millan. Ihr Anführer war Daman. (MX 5)

Beschreibung

Es handelte sich um einen quadratisch angelegten, doppelt geschossiger Wohnblock mit flachem Dach aus der Zeit vor der Kometenkatastrophe, der urspünglich aus verschiedenen Gebäudeteilen bestand; so war ein Bestandteil eine Bank (Banco Nazionale) und ein anderer eine Stadtbibliothek. (MX 5)

Der Häuserblock war gut zweihundert Meter lang und hundert Meter breit und umfasste mindestens sechs Stockwerke. (MX 5)

Die Nosfera hatten viele Wände durchbrochen und so ein Labyrinth aus Gängen und Kammern geschaffen, die großzügig Platz lieferten. Sämtliche Häuser des Blocks waren auf allen Etagen miteinander verbunden. (MX 5)

Im Gegensatz zu den anderen Ruinen Millans war die Festung nicht mit Efeu überwuchert und auf den Dächern breitete sich kein Gestrüpp aus. Bis auf die oberste Etage waren alle Fenster zugemauert und alle Türen unpassierbar gemacht worden. Im Umkreis von zehn Metern um den Block herum war der Wald gerodet worden. (MX 5)

Der Zugang erfolgte durch ein massives Eisentor, in dem sich eine schmale Tür befand. Vor dem Tor hielten mit Schwertern und Armbrüsten bewaffnete Wachen Stellung, weitere Wächter patrouillierten auf den Dächern. (MX 5)

Im Innenhof standen die Motorräder der Nosfera, und eine Eisentonne diente als Feuerstelle, an der sich die Bewohner wärmten. (MX 5)

Keller

Die Kellergewölbe waren mit der ehemaligen Kanalisation von Millan verbunden. Hier unten lebten mindestens zwei Snäkken. (MX 5)

Über eine Eisenleiter konnte man von außen in die Kanalschächte und damit in den Keller der Festung gelangen. In den Kellerräumen fanden sich Berge von alten Knochen und Schädeln. (MX 5)

In einem quadratischen Kellerraum mit fünf Meter hoher Decke befanden sich Wandmalereien, die an Höhlenzeichnungen erinnerten. Sie zeigten Szenen vom Treiben der Nosfera: eine Prozession, die gefangene Menschen in Eisenhalsbändern zum Mailänder Dom führte, wo ein Hohepriester sie empfing, sowie eine blutige Messe. (MX 5)

Generatorenraum

Im Kellerbereich befand sich hinter einer Tür mit einem verblichenen Starkstrom-Symbol ein etwa zwanzig Quadratmeter großer Raum. An den Wänden hingen graue Kunststoffgehäuse implodierter Monitore sowie Überreste von Steuerungseinheiten, Spulen, Spannungskästen und Computern. Jacob Smythe hatte aus dem alten Technikschrott einen funktionierenden Stromgenerator zusammengebaut, der die elektrische Beleuchtung rund um den Häuserblock speiste. (MX 5)

Blutsaal

Der Blutsaal bildete den spirituellen Mittelpunkt des Gebäudes. Er befand sich in einem ehemaligen Veranstaltungssaal der Bibliothek. In der Mitte stand ein Marmoraltar, und an den Wänden brannten zahllose Pechfackeln. Bei Zeremonien begleiteten ein Trommler und eine Flöte die Rituale. Ein schwerer, mottenzerfressener Wandteppich teilte einen stark ramponierten Teil des Saals vom Rest ab. (MX 5)

Vermutlich wurde hier ursprünglich Murrnau angebetet. Im Jahr 2516 führte Jacob Smythe als Jacobo eigene Götter ein, deren nähere Spezifikationen unbekannt sind. (MX 5)

Vom Blutsaal zweigte eine Nebenkammer ab, in der Jacobo vor den Riten seine Kutte anlegte. Von dieser Kammer führte ein Geheimgang zu Jacobos Gemächern und seinem Labor. (MX 5)

Jacobos Gemächer

Der Thronraum war eine prunkvoll geschmückte Kammer. Gewobene Tücher bedeckten die Wände, weiche Felle den Boden. Dazwischen stand allerlei technisches Gerät. Im Zentrum erhob sich ein Thron, von dem aus Jacobo herrschte. (MX 5)

Kerker

Im Erdgeschoss gab es mehrere verschließbare Räume, die als Kerker dienten. (MX 5)

Die Gefangenen wurden nach Geschlecht getrennt in Zimmern im obersten Stockwerk untergebracht. Die Frauen und Mädchen lagen auf Strohlagern, ein Kamin spendete Wärme. Die Fenster lagen so hoch, dass Flucht unmöglich war. Eine direkte Verbindung zu den Räumen der Männer gab es nicht. (MX 5)

Werkstatt

Einen Raum hatte Jacob Smythe als Werkstatt eingerichtet, wo er Motorräder und andere technische Gegenstände zusammenbastelte. In den Regalen stapelten sich Benzinkanister aus Kunststoff. Hinter Glas hingen die Blätter eines Pirelli-Kalenders aus dem Jahr 2012. (MX 5)

Labor

Das Labor grenzte direkt an Jacob Smythes Schlafstätte. Ein riesiger durchsichtiger Spiegel, der als Einwegspiegel funktionierte – von der Gegenseite war das Glas ein Spiegel –, trennte Schlafraum und Labor. (MX 5)

An den Wänden standen Aluminiumschränke mit wissenschaftlichen Geräten aus alter Zeit: Transformatoren, Gleichrichter, Halbleiterelemente, Kupferspulen, Widerstände und Transistoren. Im Labor hatte Jacob Smythe zahlreiche Substanzen und Essenzen gesammelt, mit deren Hilfe er die Nosfera zu einer neuen Superrasse züchten wollte. (MX 5)

An der hinteren Seite gab es eine Gitterabdeckung am Boden, die in eine Snäkkenhöhle führte. In der Mitte stand ein Gerät, das einem Mikrofonständer ähnlich sah. An ihm war über einen gerippten Kabelschlauch eine Trockenhaube befestigt, die als Folterwerkzeug diente: Dem Delinquenten wurde über ein altertümliches Grammophon Mozarts Königin der Nacht in voller Lautstärke vorgespielt, wobei die Schallwellen direkt ins Gehirn einzudringen schienen. (MX 5)

Lager

In den oberen Stockwerken lagerten Benzinvorräte. (MX 5)

Geschichte

Die Sippe lebte hier seit dem Kometenabsturz. Die Herrschaft über die Festung und die Stadt wurde vom Vater an den Sohn weitergegeben – seit zwölf Generationen seit der Katastrophe. (MX 5)

Ursprünglich jagten die Nosfera nur das Blut von Gerulen, da es ihnen seit einiger Zeit durch Anweisungen aus Moska verboten war, Menschenblut zu trinken. Doch eine Pest unter den Gerulen im Jahr 2515 dezimierte die Population so stark, dass sie fast verzweifelten. Über die Hälfte der Sippe war ständig unterwegs, um in anderen Gebieten Beute zu machen. (MX 5)

Anfang 2516 stießen sie auf der Jagd in den Bergen in einem Gerul-Nest auf Jacob Smythe, der sie mittels eines Elektroschockers einschüchterte und die Herrschaft über die Sippe übernahm. Er degradierte Daman zu seinem Lakai. (MX 5)

Die Festung wurde für die folgenden drei Monate zu einem Ort des Schreckens. Smythe führte neue Sitten ein: Die Nosfera mussten Ziffern auf ihren Kopfhauben tragen, damit er sie unterscheiden konnte. Er selbst trug die Nummer Null. Hierher wurden die Einwohner umliegender Dörfer entführt, um sie als Sklaven gegen seltene Essenzen aus Suizza einzutauschen, die Smythe für seine Experimente benötigte. Außerdem gestattete Jacob Smythe ihnen wieder, Blut von Menschen zu trinken, jedoch nur gemeinschaftlich und ohne die Menschen dabei zu töten. (MX 5)

Im April 2516 machte Matthew Drax dem Treiben ein Ende, als auch Aruula entführt wurde. Gemeinsam mit den Sklavenhändlern aus Suizza unter Führung von Reyto sowie den Dörflern Gosseyn, Almar und Toono drang er in die Festung ein. Aruula befreite sich selbst und fand über den Geheimgang Jacobos Gemächer. Gemeinsam mit Daman, der Jacobo stürzen wollte, durchbrach sie auf einem Motorrad den Einwegspiegel zum Labor und rettete Matt, den Smythe gerade mit einem Skalpell operieren wollte. Im Kampf brach Smythe Daman das Genick und stürzte sich anschließend in den Snäkken-Schacht. (MX 5)

Dabei brach im Labor Feuer aus, als verschüttete Chemikalien miteinander reagierten. Das Feuer griff schnell auf die Benzinvorräte in den oberen Stockwerken über. Die oberen Stockwerke explodierten, und alles ging in Flammen auf. Matthew Drax und Aruula entkamen auf einem Motorrad durch die Eingangshalle, wobei Matt mit einem Pistolenschuss die im Innenhof abgestellten Motorräder der Nosfera in Brand setzte. (MX 5)

Vier Jahre später war von der Festung nur noch eine schwarze Ruine übrig, deren klägliche Reste im Mondlicht emporragten. Rund um den Stadtkern von Millan war inzwischen ein mindestens vier Meter hoher Palisadenzaun errichtet worden, der unter anderem auch die Überreste der Festung umschloss. (MX 112)