Die Gestade der Zeit

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Amraka (Zyklus)

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Überblick
Serie: Maddrax-Heftserie (Band 628)
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© Bastei-Verlag

Romanbewertung:
4.00
(9 Stimmen)
Zyklus: Amraka (Zyklus)
Titel: Die Gestade der Zeit
Text: Michael Edelbrock
Cover: flaviano fabrizi, KaiJaeArt
Erstmals erschienen: 10.02.2024
Personen: All'ec, Camila, Dak'kar (Person), Matthew Drax, Hectuur, Joao, Yum Kaax, Marcos, Gabriel Montato, Jenno Moose, Ruphay, Amru Soto, Thalita, Tre'kko, Tutayan
Handlungszeitraum: 2082, 2172, 2352, 2553
Handlungsort: Aapo, Centro Experimental San Miguel, Dämmerwald, Iquitos
Zusätzl. Formate: E-Book
Schlagworte: Matt, Dak'kar, Jenno Moose, Mayaa, Straße, Tempel, Chiquimange, Camila, Joao, Gecko

Auf geht's nach Macapá, immer den Amazonas entlang bis zu dessen Delta! Das nächste Zwischenziel heißt Iquitos, doch mit der Stadt – oder vielmehr deren Umgebung – scheint etwas nicht zu stimmen. Plötzlich wechselt laufend die Witterung, es wird immer kälter, und seltsame Phänomene halten Matt und Dak'kar in Atem. Als sie kehrtmachen wollen, ist es zu spät: Es geht nur noch voran...

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Handlung

Der Treck der Ex-Technos um Dak'kar und Jenno Moose ist zusammen mit Matthew Drax unterwegs nach Osten. Nachdem die Ex-Technos ihren zerstörten Flugzeugträger, die USS Nimitz, hinter sich gelassen haben, möchten sie mit dem Geheimnis um die Herstellung der roten Diamanten zurück nach Macapá. Von dort waren sie zu ihrer Expedition aufgebrochen, um ein Heilmittel für die lymphozytische Degeneration zu finden, die sie langsam aber sicher ausrotten würde.

Der Treck folgt einer uralten Straße der Mayaa gen Osten und findet ein altes Steingebäude, einen Wegposten. Darinnen befindet sich eine Inschrift über einen Mayaa-Anführer namens Chiquimange, der mit seinem Heer und einem roten Diamanten hier entlang zog. Dem folgt eine später angebrachte Inschrift mit einer Warnung über das verlorene Land, das keinen mehr freigibt.

Während der weiteren Fahrt fiebert Dak'kar der Heimkehr zur kranken Tochter entgegen und Matt denkt an Aruula. Sie fahren im Abstand von 100 km zweimal durch ein Flimmern auf der Straße, von dem ihnen schwindlig wird und das zunehmend mehr Widerstand bietet. Es scheint sich um eine Art riesiger Membran oder energetischer Wand zu handeln. PROTOs Sensorphalanx liefert allerdings unerklärliche Daten, von einem höheren Stickstoffanteil in der Luft bis zu einem seltsamen Energieausschlag.

Nach weiteren 70 km Tritt der Effekt erneut auf und sie müssen hindurchfahren, da sie ihn erst kurz zuvor erkennen und keine Auffahrunfälle produzieren wollen. Bei einem Versuch stellen sie fest, dass sie diese Membran nicht in die andere Richtung durchqueren können. Zudem scheint sie gekrümmt zu verlaufen – sie formt einen Kreis, in den sie hineingefahren sind. Dak'kar errechnet, dass das Zentrum 100 km voraus liegen dürfte.

Beim Weiterfahren treffen sie auf eine weitere Membran. Diese ist gut sichtbar auf Grund des Kondenswassers, das sich an ihr bildet. Hinter der Membran herrscht ein kühleres Klima. Der Tag ist dunkler, die Sonne von einem leichten Schleier geschwächt. Die Pflanzenwelt ist karger.

Der Treck trifft auf eine Bauernsiedlung und gelangt schließlich in die Stadt Aapo der Mayaa, wo der Kazike Yum Kaax regiert. Sie können die Membranen in keiner Richtung durchqueren und sind hier gefangen. Unter dem Mangel an Flächen und Ressourcen leben sie ein entbehrungsreiches Leben mit rationierten Speisen und Geburtenkontrolle. Für sie sind die Membranen "heilige Wände", die dem Willen des Jaguargottes entsprängen und sie schützen sollen. Die Einwohner schreiben das Jahr 13.17.3.13.3 der langen Zählung, den 3. Oktober 2352 – und damit 200 Jahre vor der Gegenwart.

Um Yum Kaax milde zu stimmen, zeigt Matt dem Anführer den roten Diamantsplitter, mit dem er PROTO antreibt. Yum Kaax aber entpuppt sich als geheimer Priester des Jaguars und will den Diamanten an sich bringen. Der Treck muss fliehen, schafft es durch die nächste Membran, die Yum Kaax und seine Leute nicht durchdringen können.

Hinter der Membran ist das Klima stärker verändert. Die Luft ist kalt, die Sonne nur ein verwaschener Fleck am Himmel, es herrschen bleiche Moose und Pilze vor. Dak'kar hält dies für den alten Dämmerwald. Sie nehmen den weißbemalten Mayaa Tutayan mit (einer der "Geister des Dämmerwalds"), der erklärt, dass die Membranen seit vierzig Jahren existieren, seit 2132.

Dieser Ring innerhalb der Membranen durchmisst nur circa 24 km. Die hiesigen Mayaa leben noch ärmlicher, werden sogar teilweise zu Kannibalen. Sie arbeiten nicht zusammen, haben die wenigen Ressourcen in sinnlosen Projekten wie dem Bau eines Turms entlang der Membran verschwendet. Matt, Dak'kar und der Treck müssen sich gegen die Geister des Dämmerwalds erwehren, gelangen aber rechtzeitig zur nächsten Membran und hindurch.

Hier ist die Luft eisig und das Land voller Schlacke, es fällt schwarzer Schnee. Sie sind weiter in die Vergangenheit gelangt und erleben nun den nuklearen Winter einige Zeit nach dem Kometeneinschlag. In den Resten der Stadt Iquitos finden sie die entsetzlichen Überreste von Selbstmorden und Plünderungen. Dabei ging es den Einwohnern direkt nach dem Einschlag gut, nicht zuletzt wegen der Stromversorgung durch das nahe Wasserkraftwerk.

Sie finden die Reste des Mayaa-Heeres um Chiquimange, sowie die Aufzeichnungen des Anführers. Chiquimange erwähnt darin keine Membranen, nur, dass er die Stadt einnehmen und ausbauen wollte. Allerdings erlischt mit seinem Eintreffen die Stromversorgung, was die Stadt ins Chaos und die Menschen in die Verzweiflung stürzt.

Der örtliche Techniker Amru Soto bietet ihm Hilfe an und stellt fest, dass es mit dem roten Diamanten zusammenhängt, den das Heer mit sich führt. Amru Soto will den Diamanten aufladen und schließt ihn direkt an das Kraftwerk an, wodurch sie die Stadt weiter mit Strom versorgen können. Chiquimanges Aufzeichnungen schließen damit, dass Amru Soto sie in 2062 alle hintergangen und die Membranen errichtet habe. Dann sei er verschwunden.

Während sich der Treck notdürftig in der Stadt einrichtet, fahren Matt und Dak'kar mit PROTO zum Centro Experimental San Miguel in der Nähe des geheimen Wasserkraftwerks am Amazonas. Dort treffen sie überraschend auf Amru Soto, der als letzter Überlebender ein einsiedlerisches Leben führt. Er ernährt sich von speziell gezüchteten Algen und ist auf Chiquimange nicht gut zu sprechen. Amru Soto nimmt sie mit zum Kraftwerk, das seit dem Entstehen der Membranen in 2062 ohne Wasser ist.

Im Wasserkraftwerk finden Matt und Dak'kar eine weitere Membran mit nur einem halben Meter Durchmesser. Darin liegt der große rote Diamant von Chiquimanges Heer. Amru Soto erläutert, dass er niemanden hintergangen habe. Er lud den Diamanten auf, um die Stadt zu versorgen. Als der aber eine kritische Schwelle überschritt, sog er noch stärker Energie an und erschuf die Membranen. Die Ringe dazwischen scheinen zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu existieren und die Zeit darinnen scheint auch unterschiedlich schnell abzulaufen.

Matt und Dak'kar wollen den Diamanten zerstören, um den Effekt zu beenden, aber sie können diese letzte und stärkste Membran nicht durchdringen. Amru Soto will sie mit Waffengewalt daran hindern, doch Matt holt den kleinen Splitter aus PROTO und setzt ihn auf den Lauf von Dak'kars Driller. Da der Splitter Energie aufnimmt, kann er den Lauf der Waffe durch die Membrane drücken und das Explosivgeschoss abfeuern. Der große Diamant wird auf dem engen Raum pulverisiert.

Schon kurz zuvor liefen energetische Wellen auf den Diamanten zu, die nun so stark wurden, dass sie Matts und Dak'kars Bewusstseine aus den Körpern reißen. Als körperlose Bewusstseine erleben sie mit, wie die Zeit rückwärts abläuft. So herum erkennen sie, dass die Wellen vom Diamanten ausgesandt werden, bis sie schließlich zum Stehen kommen und die Membranen bilden. Matt erkennt, dass seine Tat den Effekt erst erschuf. Die freigewordene Energie war auch Zeitenergie. Und weil sie mit der Zerstörung des Diamanten entweichen musste, wurde sie in die Vergangenheit abgestrahlt.

Sie erwachen in ihren Körpern, doch die Umgebung wirkt leicht verändert. Amru Soto verzeiht ihnen die Zerstörung des Diamanten, denn er ist nun frei. Iquitos scheint in der Gegenwart angekommen zu sein, das Klima gleicht sich mit heftigen Stürmen an, alle Membranen sind verschwunden. Der Amazonas fließt in das alte Bett zurück und könnte sogar das Wasserkraftwerk zukünftig antreiben.

Um nicht auf Yum Kaax zu treffen, fährt der Treck eilig weiter. Amru Soto aber will bleiben und die Stadt aufbauen.

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