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New Mexico
34° 0' 0.00" N, 106° 0' 0.00" W
Kontinent: Meeraka


New Mexico ist der ehemalige US-Bundesstaat New Mexico in Meeraka. Das Staatsmotto lautete Crescit Eundo – „Es wächst, während es vorangeht." (MX 491) Von den Encantos, einem Nomadenvolk, das New Mexico durchstreift, wird das Land als Tierra de Encanto bezeichnet. (MX 499)

Beschreibung

Nach dem Kometenabsturz ist New Mexico eine Dschungellandschaft. (MX 494) Das Very Large Array liegt in New Mexico.

Teile von New Mexico sind von einer Vulkanlandschaft geprägt, in der dunkles Vulkangestein die typischen Canyons und Wüstenebenen ersetzt hat und sich Lavaströme wie Adern durch das Gestein ziehen. (MX 45)

Überall durchziehen Risse und Spalten das Land. An einigen Stellen hat sich die Erde aufgewölbt, als wolle sie im nächsten Moment etwas ausspeien. (MX 494)

Quer durch die Landschaft erstreckt sich eine gewaltige Felswand von über dreißig Metern Höhe, die sich wie eine in Stein gemeißelte Treppenstufe über Hunderte von Meilen am Horizont entlang zieht. Vermutlich wurde die Wand durch ein gewaltiges Erdbeben nach oben geschoben. (MX 45)

In der Gegend um das ehemalige Los Alamos gibt es häufig schwere Unwetter mit heftigen Blitzen und peitschendem Regen. Die einst von Menschenhand errichteten Gebäude liegen größtenteils in Trümmern, obwohl die Bauweise auf das frühe 21. Jahrhundert schließen lässt. Stellenweise hat die Natur dschungelartig zurückerobert, während an anderen Stellen der Boden so vergiftet ist, dass nicht einmal Unkraut sprießt. (MX 470)

Die Umgebung des VLA ist von einer sanften, grasüberwucherten Hügellandschaft geprägt, deren Bewuchs im Wind wie ein gelbgrünes Meer wogt. (MX 499)

Apache Point

Vor dem Kometeneinschlag befand sich auf dem Apache Point ein bedeutendes Observatorium mit einem 3,5-Meter-Teleskop der Chicago University. Das Teleskop verfügte über die neueste Generation der ALFA-Optik. Der Laserstrahl des Teleskops konnte in hundert Kilometern Höhe einen künstlichen Leitstern aufbauen, über den nahezu alle Himmelsbereiche beobachtet werden konnten. (HC 1)

Ebene von San Augustin

Die Ebene von San Augustin liegt zwischen den Städten Magdalena und Datil. Vor dem Kometenabsturz war sie eine karge, trockene Gegend mit vereinzelten Präriesträuchern. In der Nachkometenzeit hat sich die Landschaft jedoch grundlegend gewandelt: Die Ebene ist nun von stickig feuchtem Klima und reichhaltigem Pflanzenwuchs geprägt, der zuweilen dschungelähnliche Ausmaße annimmt. Auch schwere Gewitter mit heftigen Blitzen suchen die Gegend regelmäßig heim. (MX 491)

Auf der Ebene befindet sich das Very Large Array bei Socorro. (MX 491, MX 495) Eine befestigte Straße führt durch das Gelände des VLA. (MX 494)

Foster-Ranch

Die Foster-Ranch lag zwischen Corona und Roswell und wurde von dem Schafzüchter William „Mac" Brazel und seiner Frau Marge betrieben. Das Weideland erstreckte sich über zehn Morgen gen Osten. Die Ranch verfügte über einen Schutzkeller für den Fall von Tornados. Zur Schafschur beschäftigte Brazel saisonal bis zu einem Dutzend Wanderarbeiter; außerhalb dieser Zeit arbeitete nur der junge Mexikaner Paco als Weidehelfer auf dem Anwesen. (MX 502)

Last Remember

Last Remember ist der Nachkometenzeit-Name der ehemaligen Stadt Roswell. Die einsame Wüstenstadt liegt inmitten der Wüstenlandschaft New Mexicos. Die Bevölkerung ist in zwei Fraktionen gespalten: Die eine Gruppe verehrt seit jeher die Außerirdischen als wohlwollende Beschützer der Menschheit und stützt ihren Glauben auf historische Filmaufnahmen, die allsonntäglich Bestandteil der Predigten von Father Riverdale sind. Die andere Gruppierung, die Majestics, betrachtet die Außerirdischen als Schuldige am Niedergang der Menschheit und vermutet sogar, dass der Komet Christopher-Floyd von ihnen geschickt wurde. Die Majestics wurden von Rudger Dawson gegründet, nachdem er ein Bilddokument mit der Bezeichnung „Majestic-12" entdeckt hatte, das die Außerirdischen als kriegerische Invasoren zeigte. (MX 502)

Am Rande von Last Remember steht ein scheibenförmiges Gebäude, das von den Bewohnern für ein von den Beschützern hinterlassenes Raumschiff gehalten wird. In Wahrheit handelt es sich um eine Attrappe, die einst als UFO-Café erbaut wurde, um Besucher anzulocken. (MX 502)

Los Alamos

In Los Alamos befand sich vor dem Kometeneinschlag das Los Alamos National Laboratory (LANL), eine riesige, kleinstadtgroße Forschungseinrichtung, die 1943 gegründet wurde. Das LANL war ursprünglich für das Manhattan Project verantwortlich und hatte auch danach seinen Schwerpunkt in der Kernforschung. Daneben gab es aber auch andere Projekte, darunter das Projekt Evergreen der McGuffins. (MX 470)

Das Gelände war durch eine rotweiße Schranke und ein schweres Gittertor gesichert. Bis 2005 wurde das LANL von der University of California betrieben, danach von der Los Alamos National Security LLC, die von der Bechtel Corporation kontrolliert wurde. (MX 470)

Unter dem Forschungstrakt befand sich ein unterirdischer Bunker, in dem Projekt Evergreen betrieben wurde. Der Bunker war autark mit Energie versorgt durch eine Batterie von Trilithiumkristallen und verfügte über eine unterirdische Wasserquelle. Der Zugang erfolgte über eine Schleuse, die nur per Codeeingabe geöffnet werden konnte. (MX 470)

Ellannell

Das ehemalige LANL-Gelände ist in der Nachkometenzeit unter dem Namen Ellannell bekannt – eine Verballhornung der alten Abkürzung „LANL". Ellannell wird von den Kindern Evergreens bewohnt, pflanzenartigen Geschöpfen, die Menschen nachempfunden, aber noch nicht zur Perfektion gereift sind. Ihre Gesichter sind teilweise entstellt, was sie wie Mutanten wirken lässt. (MX 470)

Ellannell dient als Zufluchtsort für Reisende und Wanderer. Die Familie um Willow, ihren Bruder Larch, sowie Oak und Maple bietet jedem Schutzsuchenden Unterschlupf und Verpflegung. In den Räumlichkeiten, die an eine Kantineneinrichtung erinnern, werden Mahlzeiten zubereitet. Für Beleuchtung sorgen eigenartige Lichtquellen, die in Halterungen aus Ranken und Ästen pulsieren, als schlüge ein einziges Herz dahinter. (MX 470)

In den tiefen Kellergeschossen von Ellannell leben Siragippen – riesige Spinnen von der Größe einer dänischen Dogge, deren Hinterleib fluoreszierend leuchtet. Sie spinnen Netze aus haarfeinen, aber extrem belastbaren Fäden, die mit einer ameisensäureartigen Substanz benetzt sind. In einer Grube unter dem Netz sammeln sich die Überreste ihrer Opfer. Die Bewohner Ellannells schützen sich mit dem sogenannten „Schweiß der Alten", einer Flüssigkeit, die den Eigengeruch überlagert und die Träger für die Siragippen unsichtbar macht. (MX 470)

In den unterirdischen Bereichen wuchert Evergreen in Form einer farblosen Vegetation – knochenweißes oder glasig durchscheinendes Gestrüpp mit Ranken und fremdartigen Blüten. In knotigen Verdickungen des Gestrüpps nisten körperlose Lichter, die alle im gleichen Takt pulsieren. Zwischen den Pflanzen reifen knospenartige Hülsen heran, in denen Evergreens Kinder geboren werden. (MX 470)

Pueblo der Anasazi

In die Felswand ist ein uraltes Pueblo eingebaut, das einst von den Anasazi bewohnt wurde. Die Bauten aus Lehm und Stein kleben wie Vogelnester in der Wand und sind durch ein Netzwerk von Leitern und Gängen miteinander verbunden. Das Pueblo ist in Wahrheit das Sipapu, der heilige Ort des Ursprungs der Anasazi und die Verbindung zu einer Parallelwelt, in die der Stamm einst geflohen ist. (MX 45)

In den Höhlen des Pueblos befinden sich bunte Wandmalereien mit Schlangenlinien, Punkten und Figuren mit überlangen Gliedmaßen sowie in den Stein gemeißelte abstrakte Symbole. In den Tiefen der Gänge liegt eine Grube voller Leichen – darunter spanische Konquistadoren aus dem 16. Jahrhundert und ein Soldat der Konföderierten Staaten von Amerika aus dem 19. Jahrhundert. Das Pueblo übt einen geistigen Bann auf Besucher aus, der sie in den Wahnsinn treibt und sie dazu verleitet, nach einem nicht existierenden Geheimnis zu graben. (MX 45)

Bekannte Städte

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Geschichte

Vor dem Kometeneinschlag

1540

Im Juli 1540 stieß ein spanischer Spähtrupp von fünfzig Mann unter dem Kommando von Capitán Ramon Jacob del Estevez während der Expedition des Adelantado Coronado auf der Suche nach den sieben goldenen Städten auf das Pueblo der Anasazi. Das Dorf war menschenleer, obwohl Vorräte wie Mehlkrüge, Feuerholz und Dörrfleisch darauf hindeuteten, dass es erst kürzlich verlassen worden war. Estevez ließ das Pueblo durchsuchen, doch seine Männer verschwanden einer nach dem anderen in den Gängen. (MX 45)

Im August 1540 erreichte Coronados Hauptstreitmacht das Pueblo und fand die Überreste des Spähtrupps vor – tote Soldaten und verwesende Pferde. Einzig Estevez hatte überlebt, war jedoch wahnsinnig geworden. Coronado ließ sofort nach Westen abdrehen, ohne das Pueblo zu untersuchen. (MX 45)

1947

Am Vorabend des Nationalfeiertags am 4. Juli 1947 erschütterte ein gewaltiger Donnerschlag die Gegend um Roswell und Corona, begleitet von einem wabernden, blaugrünen Leuchten am nordwestlichen Nachthimmel, das an Polarlichter erinnerte. Bei dem Phänomen handelte es sich um eine Anomalie, die eine Verbindung zwischen der Nachkometenzeit des Jahres 2518 und dem Jahr 1947 herstellte. (MX 502)

Zur selben Zeit befand sich Captain Hal „Fearless" Colbert auf einem geheimen Testflug mit der Miracle X-1, einem bumerangförmigen Nurflügler, der auf einem Fund aus Nazideutschland basierte und für Radarstrahlen unsichtbar war. Colbert hatte soeben als erster Mensch die Schallmauer durchbrochen, als er in das blaugrüne Lichtphänomen geriet und beinahe mit einem scheibenförmigen Flugobjekt kollidierte – der fliegenden Untertasse des Beschützers Grey, der durch die Anomalie aus der Zukunft in das Jahr 1947 geschleudert worden war. Bei dem Beinahe-Zusammenstoß wurde eine Flügelspitze der Miracle glatt abgeschnitten. Colbert gelang es unter Aufbietung all seines fliegerischen Könnens, die schwer beschädigte Maschine zu seiner Heimatbasis in der Wüste Nevadas zurückzusteuern. (MX 502)

Grey überlebte die Bruchlandung mit seiner Untertasse, wurde jedoch in der folgenden Nacht von der Netaratze Groooar angegriffen, die ebenfalls durch die Anomalie aus der Zukunft in die Vergangenheit transportiert worden war. Groooar, ein ehemaliger König einer Taratzen-Rotte, der nach einem verlorenen Zweikampf als Einsiedler lebte, verschleppte den bewusstlosen Grey in seine Höhle. (MX 502)

Am folgenden Morgen entdeckte der Schafzüchter William „Mac" Brazel von der Foster-Ranch bei einem Kontrollritt, dass sich ein Teil seines Weidelands über Nacht verändert hatte – der saftige Grasboden war versteppt und versandet, als sei das Land „ausgetauscht" worden. In einer Senke fand er mehr als zehn seiner Schafe, die von Groooar getötet worden waren. Unweit davon stieß er auf ein großes Trümmerfeld mit Plastik- und Metallteilen, darunter hauchdünne Metallfolien, die sich nach dem Zerknüllen von selbst wieder glätteten, sowie futuristisch anmutende Geräte. An einer Turbine fand sich ein Typenschild von General Electric mit dem Herstellungsjahr 2009. (MX 502)

Groooar drang unterdessen in den Hühnerstall der Ranch ein und verletzte den Weidehelfer Paco schwer. Bei einem zweiten Angriff im Ranchhaus wurde Groooar von Marge Brazel mit ihrem Colt mehrfach getroffen und flüchtete schwer verwundet. Brazel verfolgte die Blutspur zu einer Höhle inmitten eines Steinrings und erschoss die Netaratze dort mit zwei Schüssen aus seiner Winchester. In der Höhle fand er außerdem den gefesselten und bewusstlosen Grey. (MX 502)

Brazel transportierte die Trümmer, den Kadaver der Netaratze und den bewusstlosen Grey mit seinem Pickup nach Corona zu Sheriff George Wilcox. Dieser verständigte das Militär. Innerhalb weniger Stunden traf ein Armeekonvoi ein, der sämtliches Material sicherstellte und zum nahegelegenen Luftwaffenstützpunkt des 509. Bombergeschwaders bei Roswell brachte. Von dort wurde alles unter dem Codenamen „die Lieferung" und höchster Geheimhaltungsstufe auf General Roger Rameys Basis in der Wüste Nevadas weitergeleitet. (MX 502)

Der Wissenschaftler Simon Bradley leitete die Untersuchung der Trümmer und des vermeintlich toten Außerirdischen. Bei der Obduktion erwachte Grey jedoch aus seiner Starre – der erste Skalpellschnitt in seine Brust holte ihn ins Leben zurück. Grey flüchtete durch die unterirdische Basis und stürzte dabei in das Lazarettzimmer von Captain Colbert, den er auf Englisch um Hilfe anflehte, bevor er überwältigt und erneut fixiert wurde. (MX 502)

Die Analyse der Trümmer durch den Wissenschaftler Frank Haexler ergab, dass das Flugobjekt zweifelsfrei irdischen Ursprungs war und den Weltraum nie gesehen hatte. Das Typenschild mit dem Herstellungsjahr 2009 führte zu der Schlussfolgerung, dass es sich um ein Objekt aus der Zukunft handelte. Den Kadaver der Netaratze klassifizierte man als seltene irdische Mutation, möglicherweise resultierend aus den Atombombentests von 1945 in den White Sands Proving Grounds im Süden New Mexicos. (MX 502)

Colbert arrangierte unter General Rameys Billigung einen Besuch bei Grey, bei dem der Außerirdische ihm offenbarte, dass er die menschliche Sprache verstand und aus der Zukunft stammte. Grey schlug Colbert ein Geschäft vor: Er würde ihm sein Geheimnis verraten, wenn Colbert ihm zur Flucht verhalf. Colbert willigte ein, betäubte den Wachposten und schmuggelte Grey in einem Wäschebehälter aus der Basis. Bei einem Zwischenstopp an einer Tankstelle berichtete Grey über seine Herkunft aus der Nachkometenzeit, den bevorstehenden Einschlag des Kometen Kristofluu und den drohenden Absturz des Mondes. Doch die Tankstelle war vom Militär präpariert worden – das gesamte Gespräch war aufgezeichnet worden. Bei dem Versuch, dem Zugriff zu entkommen, löste sich ein Schuss, der Grey tödlich traf. (MX 502)

Greys Leichnam wurde auf der Basis in einem Tank bei –300° Fahrenheit konserviert. Captain Colbert wurde in eine auf Traumata spezialisierte Klinik nahe Chicago verlegt, wo er 1969 damit begann, seine Erlebnisse unter dem Titel Der Roswell-Zwischenfall niederzuschreiben. (MX 502)

Um die Geheimhaltung zu wahren, berief General Ramey eine Pressekonferenz ein, nachdem die Roswell Daily Record mit der Schlagzeile „Fliegende Untertasse auf Ranch nahe Roswell abgestürzt – Wrackteile sichergestellt" getitelt hatte. Der Vorfall wurde als Absturz eines Wetterballon-Prototyps dargestellt. (MX 502)

2011

Im Herbst 2011 wurde das Observatorium auf dem Apache Point von der US-Regierung vorübergehend für die Arbeit der Astronomic Division of the United States Air Force beschlagnahmt. Unter der Leitung von Professor Dr. Jacob Smythe beobachtete und analysierte ein Team von sechsunddreißig Wissenschaftlern und Offizieren rund um die Uhr den Kometen Christopher-Floyd. Der Astrophysiker David McKenzie, der zuvor seine Astronautenausbildung in Florida absolviert hatte und Flugerfahrung auf der Luftwaffenbasis Berlin-Köpenick gesammelt hatte, wurde von Smythe zu seinem Stellvertreter ernannt. (HC 1)

Ende September 2011 lag die Wahrscheinlichkeit einer Kollision des Kometen Christopher-Floyd mit der Erde bereits bei sechzig Prozent, wie der Santa Fé New Mexican berichtete. Im Los Alamos National Laboratory arbeiteten Dr. Victor McGuffin und seine Frau Dr. Elizabeth McGuffin zu dieser Zeit am geheimen Projekt Evergreen, das die Wiederbegrünung einer durch atomare Vernichtungsschläge oder andere Katastrophen verheerten Welt zum Ziel hatte. (MX 470)

Ende November 2011 wertete das Team auf dem Apache Point die Messdaten der NASA-Sonde Contour aus, die sich dem Kometen auf unter eine Million Kilometer genähert hatte. Die Analysen ergaben beunruhigende Ergebnisse: Der Komet strahlte eine unbekannte Störstrahlung aus und besaß einen physikalischen Kern aus zahlreichen, unerwartet dichten Körpern mit einem Durchmesser von 8,093 Kilometern. Als der Funkkontakt zur Contour-Sonde am 29. November 2011 abbrach – vermutlich durch die rätselhafte Strahlung des Kometen verursacht - berechnete Smythes Team eine Kollisionswahrscheinlichkeit von 84,79 bis 100 Prozent. Smythe informierte daraufhin das Weiße Haus. (HC 1)

Am 20. November 2011 hatte sich die Kollisionswahrscheinlichkeit laut Smythe bereits auf einundachtzig Prozent erhöht. In der Folge kam es weltweit zu gewalttätigen Ausschreitungen. Präsident Arnold Schwarzenegger rief persönlich bei Victor McGuffin an und drängte ihn, Projekt Evergreen schneller voranzutreiben, da die Menschheit möglicherweise keine Jahre mehr habe. (MX 470)

2012

Ende Januar 2012 verabschiedeten sich die McGuffins von ihren letzten verbliebenen Mitarbeitern im LANL. Die meisten Kollegen hatten die Forschungseinrichtung angesichts der bevorstehenden Kollision bereits verlassen. Ihr jüngster Mitarbeiter Benjamin Harris erklärte jedoch, dass er bleiben und sich mit den McGuffins im Bunker einschließen wolle. (MX 470)

Am 7. Februar 2012, einen Tag vor dem berechneten Kometeneinschlag, erschien Colonel Charles Dalitz von der United States Army mit fünf Soldaten im LANL. Im Auftrag des Präsidenten sollte er sich Zugang zum Bunker verschaffen und alle Informationen über Projekt Evergreen sicherstellen. Victor McGuffin weigerte sich, die Schleuse zu öffnen, und schickte Elizabeth und Benjamin in den Bunker. Als die Soldaten die Schleusentür mit Plastiksprengstoff präparierten, täuschte Victor eine Herzattacke vor, entwaffnete einen der Soldaten und erschoss alle sechs Männer. Einer der Soldaten hatte jedoch noch im Reflex den Zeitzünder eines Sprengsatzes aktiviert. Die Explosion beschädigte die Schleusentür und das Codeschloss schwer, verletzte Victor an der Schulter und machte eine Öffnung des Bunkers von außen unmöglich. (MX 470)

Am 8. Februar 2012 um 8:43 Uhr wurde Victor durch ein leichtes Beben geweckt – der Komet war auf der anderen Seite der Erde eingeschlagen. Victor überlebte zunächst, versorgte sich aus den Vorräten in seinem SUV und wachte über Projekt Evergreen, konnte aber den Bunker nicht mehr öffnen. (MX 470)

Nach dem Kometeneinschlag

Projekt Evergreen

Im Bunker unter dem LANL entwickelte sich Projekt Evergreen unter dem Einfluss der veränderten Welt zunehmend eigenständig weiter. Die Vegetation wuchs schneller als erwartet, generierte eigene Fortpflanzungsmethoden und entwickelte eine abstrakte Form von Intelligenz. Elizabeth McGuffin und Benjamin Harris wurden zunehmend von Hütern zu Gästen in Evergreens kleiner Welt. (MX 470)

Elizabeth wurde von Benjamin schwanger. Evergreen interessierte sich besonders für das Prinzip der Mutterschaft und eignete sich schließlich das ungeborene Kind an. Benjamin Harris wurde von Evergreen absorbiert, als sich eine pflanzenartige Knospe über sein Gesicht stülpte. Elizabeth selbst wurde ebenfalls Teil von Evergreen, behielt jedoch im Gegensatz zu Victor und Benjamin ein eigenes Bewusstsein. (MX 470)

Mitte 2015 starb Victor McGuffin an Entkräftung vor der versiegelten Bunkertür. In seinen letzten Momenten glaubte er, zwei farblose Blüten zu sehen, die durch den Spalt der verzogenen Bunkertür gesprossen waren. Evergreen erkundete anschließend seinen Leichnam und breitete sich über haarfeine Pflanzenfäden durch Risse im Beton in die Räume jenseits des Bunkers aus. (MX 470)

Ab etwa 2018 übernahm Evergreen die Idee der McGuffins, das Projekt zu schützen, und setzte sie auf eigene Weise um: Es begann, eigene Kinder hervorzubringen – pflanzenartige Geschöpfe, die Menschen nachempfunden waren. Nach über zweihundert Jahren Fehlversuchen gelang um 2380 die erste erfolgreiche Geburt. In der Folge entstand eine Familie, die Reisenden Unterschlupf bot und gleichzeitig Evergreen beschützte, bis es eines Tages reif sein würde, die Erde neu zu beleben. (MX 470)

Einmal ließ Evergreen einen Teil seines Selbst in einem Pflanzenstrang von einer riesigen fliegenden Kreatur – einer mutierten Eule – entführen, in der Hoffnung, an einem anderen Ort zu keimen. Mit der Entfernung riss jedoch die Verbindung ab, und Evergreen hörte nie wieder davon. (MX 470)

Die Rev'rends griffen Ellannell einmal an, weil sie Evergreen für Teufelszeug hielten. Evergreen wehrte den Angriff ab, was jedoch viel Kraft kostete und lange Regenerationszeit erforderte. (MX 470)

2517

2517 gerieten Matthew Drax und Aruula nahe der früheren Grenze zum ehemaligen Texas an die Rollenspiel-Gemeinschaft der Treks. (MX 44)

Am 16. Oktober 2517 erreichten Matt und Aruula auf ihrem Weg nach Kalifornien mit einem Schwebegleiter die Vulkanlandschaft und die große Felswand. Dabei entdeckten sie das Pueblo der Anasazi. Matt kletterte in die Höhlen und wurde vom geistigen Bann des Sipapu erfasst. Er verfiel dem Wahnsinn und begann, in den Gängen nach einem vermeintlichen Geheimnis zu graben, wobei er sich mit einem halluzinierten Kameraden unterhielt – dem toten Konföderierten-Soldaten Corporal William Joseph Carson. (MX 45)

Aruula wurde unterdessen vom Sipapu-Tleku Makeje durch das Sipapu in die Fünfte Welt gezogen, eine Parallelwelt, in die die Anasazi einst vor den Yiet'zu – den weißen Eroberern – geflohen waren. In dieser Welt lebte der Stamm unter der Führung des Häuptlings Delketh weiter. Makeje verliebte sich in Aruula und nahm sie nach dem Brauch des Stammes zur Frau, um sie vor der Verbannung zu schützen. (MX 45)

Mithilfe von Eri, der Tochter des Häuptlings, gelang es Aruula, telepathisch Kontakt zu Maddrax aufzunehmen und ihn kurzzeitig aus dem Bann zu befreien. Nachdem die Zwillinge Tlehoke und Chopaje im Auftrag des gelähmten Stammesältesten Jekulah versuchten, Aruula zu töten, tötete Makeje Chopaje mit einer Axt und entschied sich schließlich, Aruula durch ein Ritual zurück in die vierte Welt zu schicken. Aruula rettete den schwer geschwächten Matt aus der einstürzenden Grube und die beiden verließen das Pueblo mit dem Gleiter. (MX 45)

2518

Tom Ericson gelangte nach einer missglückten Teleportation mittels eines Sprungfeldgenerators aus San Antonio nach Ellannell, dem ehemaligen LANL-Gelände. Er hatte durch den Vorfall vorübergehend sein Gedächtnis an sein neues Leben in der Zukunft verloren und glaubte zunächst, noch für das Analytic Institute of Mysteries zu arbeiten. (MX 470)

Tom stürzte in einen Schacht des Gebäudes und landete im Netz einer Siragippe. Willow, eine der Bewohnerinnen Ellannells, rettete ihn mit dem „Schweiß der Alten" vor der Riesenspinne und brachte ihn in die oberen Räume. Dort traf Tom auf Willows Familie sowie diverse Gäste, darunter den Nosfera Goggol, den Wulfanen Karzak und den Drakullen Quyg. (MX 470)

Goggol, Karzak und Quyg entpuppten sich als Räuber, die es auf den vermeintlichen Schatz in den Tiefen Ellannells abgesehen hatten. Sie töteten Willows Bruder Larch, nahmen Willow als Geisel und zwangen sie, den Weg zum versiegelten Bunker zu zeigen. Der Nosfera Goggol las in Willows Gedanken und erfuhr von dem nicht gezündeten Sprengsatz aus dem Jahr 2012. (MX 470)

Unterdessen wurde Tom von Evergreen vereinnahmt: Ein Pflanzenstrang bohrte sich in seinen Nabel und verband ihn mit dem Bewusstsein von Elizabeth McGuffin, die seit Jahrhunderten in Evergreen gefangen war. Elizabeth nutzte Tom als Werkzeug, um sich aus Evergreens Kontrolle zu befreien. In einem Moment, in dem sie die Kontrolle über Evergreen an sich riss, dirigierte sie Tom zum Bunker. Mit der letzten Kugel seines Colt-Revolvers traf Tom den alten Sprengsatz und brachte ihn zur Detonation. (MX 470)

Die Explosion sprengte die Bunkertür auf und fügte Evergreen schweren Schaden zu. Die pulsierenden Lichter erloschen, und die knospenartigen Hülsen, in denen neue Kinder Evergreens heranreiften, starben ab. Elizabeth McGuffins Bewusstsein wurde aus Evergreens Bann befreit. Tom behielt jedoch ihre Erinnerungen und damit das gesamte Wissen über Projekt Evergreen. (MX 470)

Willow, die Tom die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage nicht vergeben konnte, übergab ihm wortlos seine Habseligkeiten. Tom entwendete das Trike des Drakullen Quyg und brach in Richtung Osten auf, nach San Antonio, um Xij, Matt und Hordelab wiederzufinden. (MX 470)

In Last Remember

Der Beschützer Grey war irgendwann inmitten eines Gewitters in Last Remember, dem ehemaligen Roswell, zu sich gekommen, ohne jede Erinnerung an sein früheres Leben. Die Bewohner der Stadt nahmen ihn auf und erwarteten von ihm, als einem der legendären Beschützer, dass er sie vor dem drohenden Absturz des Mondes rettete und zu seiner Heimatwelt evakuierte. Grey wurde ein Sonderstatus zugebilligt, nachdem er den sechsjährigen Josh Strong mit einem antiken Defibrillator wiederbelebt und bei der Abwehr einer Marodeur-Bande geholfen hatte. (MX 502)

Grey arbeitete monatelang an dem vermeintlichen Raumschiff – dem ehemaligen UFO-Café – und brachte dessen horizontal gelagerte Rotorblätter zum Laufen. Das Ergebnis war ein atmosphärisches Fluggerät, das innerhalb der Atmosphäre fliegen konnte, aber für den Weltraum völlig ungeeignet war. Sein einziger Vertrauter war der fünfundzwanzigjährige Hoke Nevermore, dem er die volle Wahrheit über seine Situation anvertraute. (MX 502)

Am 8. April 2518 startete Grey mit dem Fluggerät angeblich zu einem Probeflug, in Wahrheit jedoch, um aus Last Remember zu fliehen. Hoke, den Grey zum Schutz zurückgelassen hatte, beobachtete fassungslos den Abflug. Grey kehrte jedoch um, als er erkannte, dass die Flucht ohne Hoke sinnlos war. Bevor er Last Remember wieder erreichte, erfasste eine gewaltige Anomalie – ein waberndes, blaugrünes Leuchten – die Gegend und schleuderte Grey mitsamt seinem Fluggerät durch die Zeit ins Jahr 1947 zurück. (MX 502)

Am Very Large Array

Einige Zeit später reisten Matthew Drax, Xij, Quart'ol und der Pancinowa Hyicus per Wurmloch vom Hort des Wissens am Loch Lomond zur Ebene von San Augustin, um am Very Large Array geeignete Radioteleskope als Verstärker für ein Wurmloch zu finden. Mit diesem Wurmloch sollte der auf die Erde zufallende Mond eingefangen und in seine alte Umlaufbahn zurückversetzt werden. (MX 491)

Die Anlage war jedoch stark verfallen: Kletterpflanzen überwucherten die Schüsseln, die Verstrebungen hatten Rost angesetzt, und die Schienen lagen unter Unmengen an Wurzeln und Pflanzengeflecht verborgen. Mithilfe des Bordcomputers des Amphibienpanzers PROTO und des Periskops gelang es Hyicus und Xij, zwei Schüsseln zu identifizieren, die annähernd im richtigen Winkel standen – eine für den Eingang und eine für den Ausgang des Wurmlochs. Die zweite Schüssel musste jedoch noch um zwölf Grad nach Westen gedreht werden, wofür die Seilwinde von PROTO und ein Stahlseil eingesetzt werden sollten. (MX 491)

Die Hydritin Lyn'ar, die Rache für den Tod ihrer Geliebten Zan'drol suchte, hatte sich als blinde Passagierin in PROTO versteckt und war so vom Hort des Wissens nach New Mexico gelangt. Als Matt und Quart'ol per Wurmloch in eine der Antennenschüsseln sprangen, um das Stahlseil zu befestigen, griff Lyn'ar sie mit einem Säbel und einem Schockstab an. Quart'ol stürzte über den Schüsselrand, konnte sich jedoch an einer Strebe festhalten. Matt gelang es schließlich, die Hydritin in ein von Hyicus geöffnetes Wurmloch zu stoßen, an dessen Ausgang am Boden Xij den zuvor herabgefallenen Säbel hielt. Lyn'ar kam ums Leben, als sie aus dem Wurmloch direkt in die Klinge taumelte. (MX 491)

Zur Unterstützung des Projekts wurden Baracken und Wohncontainer für die Mannschaft am VLA errichtet. (MX 494)

Quart'ols Reise zum Mars

Im Rahmen des Projekts Mondsprung reiste Quart'ol zunächst durch das Wurmloch in San Antonio zur Erde. Er gab vor, im Auftrag von Matt nach New Mexico reisen zu müssen, um dort die Fortschritte zu begutachten. In Wahrheit plante er jedoch, mit Takeos Gleiter durch ein Wurmloch zum Mars zu fliegen, um seinen Freund Wang'kul zu suchen. (MX 494)

Quart'ol flog den Gleiter von San Antonio nach New Mexico, wobei er sich auf Matts Erinnerungen als Air-Force-Pilot stützte. Der Flug dauerte wenige Stunden und verlief ohne größere Vorkommnisse. Bei der Landung auf der befestigten Straße durch das VLA-Gelände setzte Quart'ol den Gleiter jedoch hart auf. (MX 494)

Am VLA wurde Quart'ol von Xij Hamlet empfangen, der er schließlich reinen Wein einschenkte und um Hilfe bat. Die Pancinowa vor Ort stimmten zu, ein Wurmloch zum Mars zu öffnen, um Quart'ol die Suche nach Wang'kul zu ermöglichen. Dies wurde als weiterer Testlauf des mobilen Wurmlochgebers verkauft, der für das Projekt Mondsprung mit den Radioteleskopen gekoppelt werden sollte. (MX 494)

Quart'ol und der Kasynari Starnpazz, der ihn auf seiner Mission begleiten wollte, flogen mit dem Gleiter durch das Wurmloch zum Mars. Das Wurmloch sollte so lange offen gehalten werden, wie möglich – möglicherweise einen Tag oder eine Woche. Falls der Wurmlochgeber für das Projekt Mondsprung benötigt würde, wäre die Heimreise auf unbestimmte Zeit verschoben. (MX 494)

Rückkehr vom Mars

Nach ihrer Rückkehr vom Mars schoss der Gleiter mit Quart'ol und Starnpazz an Bord übergangslos aus dem Wurmloch über dem VLA-Gelände. Während Xij, die den Amphibienpanzer PROTO als Steuerungszentrale für die Teleskopschüsseln nutzte, sie per Funk empfing und Quart'ol zur Landung in der Nähe des Panzers aufforderte, empfing der Bordrechner des Gleiters ein Rückhol-Protokoll, das Miki Takeo aus Sisco South ausgesandt hatte. Der Autopilot übernahm die Steuerung und setzte einen neuen Kurs nach Sub'Sisco – manuelle Kursänderungen waren ohne Freigabe durch den Administrator, also Takeo, nicht möglich. (MX 495)

Quart'ol informierte Xij über die Situation, doch die Funkverbindung zu PROTO riss mit zunehmender Entfernung ab. Xij sollte die Pancinowa sowie Matt über den Vorfall in Kenntnis setzen. Quart'ol und Starnpazz wurden vom Autopiloten mit hohem Tempo nach Nordwesten in Richtung Sub'Sisco geflogen. (MX 495)

Projekt Mondsprung

Matthew Drax und Aruula kehrten vom Ringmond zurück und gelangten mittels eines Sprungfeldgenerators von San Antonio nach New Mexico zum VLA, wo die letzten Vorbereitungen für das Projekt Mondsprung abgeschlossen wurden. Alle Expeditionsteilnehmer hatten mitgeholfen, die beiden verbliebenen brauchbaren Radioschüsseln vom Gestrüpp zu befreien und zu reinigen. Die Pancinowa-Chefingenieurin Agnetis und Hyicus überprüften die Programmierung in PROTOs Bordcomputer. (MX 499)

Xij Hamlet und Starnpazz verließen das VLA mit Takeos Gleiter, um über das Wurmloch in San Antonio nach Novis zu reisen. Da die Pancinowa kurz vor dem Transfer keine weiteren Wurmlöcher öffnen wollten, auch nicht mit dem Sprungfeldgenerator, war der Gleiter die einzige Möglichkeit, rechtzeitig San Antonio zu erreichen. (MX 499)

Kurze Zeit später erschienen drei EncantosJosee, Pabloo und Maryha – am VLA und forderten die Expeditionsteilnehmer auf, die Anlage sofort zu verlassen. Die Encantos bezeichneten die Radioschüsseln als „Schalen der Götter" und erklärten, dass ihr Volk dort die Calzada del Hueso – die Knochenstraße – ins Reich der Toten beschreiten müsse. Ihre Göttersprecherin, die Katsina, hatte ihnen den Befehl erteilt. Die Encantos stellten ein Ultimatum von einer Stunde. (MX 499)

Noch vor Ablauf des Ultimatums erschütterte ein schweres Erdbeben das Gebiet um das VLA. Mehrere Radioschüsseln stürzten ein, und dicht neben PROTO öffnete sich eine tiefe Erdspalte, durch die das Verbindungskabel zwischen dem Bordcomputer des Panzers und dem mobilen Wurmlochgeber der Pancinowa getrennt wurde. Matt und Aruula konnten die Kabelverbindung über ein Drahtseil in der Mitte der Kluft wiederherstellen, wobei Aruula bei einem Nachbeben in die Spalte stürzte und sich am Sicherungsseil abfangen konnte. (MX 499)

Schwerer wog, dass eine der beiden für den Transfer benötigten Radioschüsseln durch das Beben ihre Standsicherheit verlor und zu kippen drohte. Matt setzte PROTOs Seilwinde ein, um die Schüssel provisorisch zu stabilisieren. (MX 499)

Als die Encantos in voller Stärke – über hundert Personen unter Führung der Katsina – zurückkehrten, kam es zu einer überraschenden Wendung: Die Katsina hatte den Willen der Uwanami neu gedeutet und erkannte, dass die Encantos nicht zum Sterben, sondern zum Helfen an den Götterschalen sein sollten. Die Encantos brachten zahlreiche Seile und Biisons mit und unterstützten die Stabilisierung der kippenden Radioschüssel. Flinke Kletterer befestigten Seile an den Stützen, während die Biisons am Boden die Zugkraft hielten. (MX 499)

Bei der Arbeit an den Streben kamen zwei Encantos ums Leben: Izzan wurde von herabstürzenden Metallstangen erschlagen, und Herrmaano stürzte ab, als eine Strebe unter ihm brach. Die Katsina trieb ihr Volk dennoch an, die Arbeit fortzusetzen. (MX 499)

Unter der koordinierten Anleitung von Quart'ol, der die Anweisungen von Matt und der Pancinowa-Chefingenieurin Agnetis an die Encantos weitergab, gelang es schließlich, die Radioschüssel in die korrekte Position zu bringen. Matt aktivierte den Transfer über PROTOs Bordcomputer, und das Wurmloch für den Mondeintritt öffnete sich am Himmel. (MX 499)

Ein Sturm tobte über dem VLA, als ein rötlicher Wirbel zwischen den beiden miteinander verbundenen Radioschüsseln entstand. Grelle Blitze zuckten durch die Atmosphäre und knisternde Entladungen wanderten über die Schüsseln. Das Wurmloch erfasste den Mond, der der Erde so nahe gekommen war, dass das Mare Cognitum mit bloßem Auge erkennbar war, und versetzte ihn zurück in seine alte Umlaufbahn. Das Projekt Mondsprung war geglückt. (MX 500)

Unmittelbar nach dem erfolgreichen Transfer forderte die Schwerkraft ihren Tribut: Die von den Encantos und ihren Biisons mit Seilen gehaltene Radioschüssel begann sich zu neigen, da die Kraft der Helfer und Tiere erschöpft war. Auch PROTOs Seilwinde konnte dem Gewicht von über zweihundert Tonnen nichts entgegensetzen. Nachdem Matt sichergestellt hatte, dass alle Encantos und Biisons sich in Sicherheit gebracht hatten, löste er die Seilwinde. Die Streben des Teleskops barsten, und die gewaltige Schüssel kippte um. Beim Aufschlag zog sich ein langer Riss durch die Halbkugel, Verkleidungen platzten ab und Splitter wirbelten umher. Die Encantos sanken auf die Knie und verfielen in einen Singsang, der wie ein Gebet klang – sie trauerten um die Schüssel, die eines ihrer Heiligtümer gewesen war. (MX 500)

Abschied am VLA

Nach dem gelungenen Mondsprung zogen Matt, Aruula und Quart'ol Bilanz mit den Pancinowa. Die Chefingenieurin Agnetis erklärte den Transfer zum vollen Erfolg – dem größten Wurmlochprojekt in der Geschichte der Pancinowa. Hyicus, Lutrae und Agnetis feierten auf ihre Art, indem sie den gallertartigen Inhalt kleiner Kanister über ihre kahlen Schädel gossen. (MX 500)

Agnetis betonte, dass die Pancinowa mit dem Mondsprung ihren Teil der Abmachung erfüllt hätten und nun nach Cancriss zurückkehren und den Kontakt mit der Erde abbrechen würden. Die gewonnenen Daten des Transfers würden ihre Forscher über Äonen beschäftigen. (MX 500)

Die Katsina näherte sich Matt in Begleitung von Josee, um sich zu verabschieden. Sie verkündete, dass die Uwanami ihr eine neue Vision geschickt hätten, die die Encantos hinter eine Gebirgskette am Horizont führen werde. Matt dankte der Katsina und den Encantos dafür, dass sie die Rettung der Erde erst ermöglicht hätten. Die Göttersprecherin segnete die Anwesenden und brach mit ihrem Treck – etwa dreißig Familien mit Biisons und Wohnwagen – in Richtung der Berge auf. (MX 500)

Die Pancinowa rollten die Verbindungskabel zu PROTO und den Teleskopschüsseln ein und setzten die Programmierung des Amphibienpanzers in den Ausgangszustand zurück. Anschließend aktivierten sie den mobilen Wurmlochgeber und öffneten ein Portal nach Cancriss. Hyicus schulterte den deaktivierten Wurmlochgeber und verabschiedete sich mit erhobener Vier-Finger-Hand – ein Abschied für immer. Nach dem Verschwinden der Pancinowa wirkte die Ebene des Very Large Array einsam und verlassen. (MX 500)

Matt, Aruula und Quart'ol versuchten, über PROTOs Funkanlage Kontakt zum Ringmond und zu Miki Takeo in der Oase der Hundert aufzunehmen, doch kein Signal kam durch. Daraufhin brachen sie mit PROTO in Richtung San Antonio auf. (MX 500)

Auf der mehrstündigen Fahrt vom VLA nach San Antonio beobachteten sie am Himmel intensive Polarlichter – ein äußerst ungewöhnliches Phänomen in diesen Breitengraden, das Matt auf die atmosphärischen Störungen durch das gewaltige Wurmloch und die Versetzung des Mondes zurückführte. Die Polarlichter erklärten auch die anhaltenden Funkstörungen, die sämtliche Frequenzbänder blockierten. (MX 500)