Miidas Patroulaakis
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Miidas Patroulaakis (eigene Darstellung)
© Bastei Lübbe | |
| Name: | Patroulaakis |
| Vorname: | Miidas |
| Geschlecht: | Männlich |
| Haarfarbe: | Grau |
| Gruppierung: | MAGMA |
| Volk: | Mensch |
| Aufenthaltsort: | Morrowhill Manor |
Miidas Patroulaakis ist einer der reichsten Männer Meerakas. Er ist der Gründer der Geheimorganisation MAGMA. (MX 675)
Beschreibung
Patroulaakis ist ein greiser Mann mit einem von Falten und Runzeln durchzogenen, tief gebräunten, olivfarbenen Gesicht und hoher Stirn. (MX 675, MX 682) Er hat fleischige Lippen und schütteres, streng nach hinten gekämmtes graues Haar. (MX 682) Er hat eine Vorliebe für Diskretion, was jedoch nicht mit Bescheidenheit verwechselt werden sollte - unter seinesgleichen zeigt er gern, was er hat. (MX 675) Er kleidet sich edel und trägt offen eine schwere Goldkette aus verschlungenen Gliedern zur Schau, wobei er die ersten drei Knöpfe seines weißen Hemds offenlässt. (MX 682) Er wirkt ruhig und berechnend, selbst in Situationen, in denen seine Leibwächter nervös werden. (MX 676) Zum Gründungsdinner von MAGMA trug er einen Smoking mit einer Fliege in schillerndem gelbschwarzen Brokat. (MX 675) Er raucht übergroße Zigarren und trinkt Whiskey (MX 682) und Cognac (MX 690).
Er ist kein Wissenschaftler und nach eigener Einschätzung auch kein besonders intelligenter oder gebildeter Mann. Seine Talente liegen woanders und funktionieren eher instinktiv. Er versteht sich darauf, mit Schmeichelei und Verlockung auch die Widerspenstigsten gefügig zu machen. (MX 675) Er ist nicht wählerisch dabei, mit wem er sich verbündet, solange es ihm zum Vorteil gereicht. (MX 682) Mit listigem Blick und klammheimlicher Freude stochert er gern in den alten Wunden seines Gegenübers. (MX 687) Als passionierter Schachspieler zieht er bei seinen Plänen sämtliche Eventualitäten im Voraus in Betracht und hält für verschiedene Szenarien Lösungen bereit. (MX 690)
Er residiert in Morrowhill Manor, einem Anwesen mit einem Südflügel-Turm (MX 675) und einer Balustrade aus hellem Stein. (MX 676) In seinem Anwesen verfügt er über einen Schreibtisch mit polierter Mahagoniplatte und eine Funkanlage. (MX 682) Zu seinem Personal gehören mehrere Leibwächter, deren Chef Knarrk ist. Außerdem verfügt er über ein Netzwerk von Spionen in Waashton. (MX 675)
Sein Rivale und guter Freund Duke Tripplehorn aus Florida muss regelmäßig anerkennen, dass die Empfänge auf Morrowhill Manor an Spektakel und Dekadenz unübertroffen sind. (MX 675)
Familie
Patroulaakis hat eine junge Frau, Heleena, und zwei junge Söhne: Sokraas (10) und Plaaton (14). (MX 675)
- Anmerkung: In MX 682 ist die Schreibweise des Namens Heleena plötzlich Helena, aber aus dem Kontext geht hervor, dass die selbe Person gemeint ist.
Beziehungen
Patroulaakis ist ein langjähriger Freund der Familie Caine, insbesondere von Cherokee Caine und Tublet Caine. Er wurde zum Gönner von Jedediah Caine, nachdem dieser durch seine kostspieligen Expeditionen rund um den Globus nahezu das gesamte Familienvermögen durchgebracht hatte. (MX 675)
Sein guter Freund Hagbard Kubin ist fast so reich wie Patroulaakis selbst und herrscht im Norden über Fischzucht und Fabriken an den großen Seen wie ein König des Altertums. Kubin residiert in Millevillage, einer silbernen Zitadelle am Ufer des Lake Superior, tausend Kilometer nordwestlich von Morrowhill Manor. Kubins Neffe ist Jugo Innochin. (MX 682) Im Zuge der Operation Gluecifer kommt Kubin bei der Detonation des nach Millevillage umgeleiteten Atomsprengkopfs ums Leben. (MX 690)
Der Befehlshaber seiner Wulfanen ist Pidbull, den Patroulaakis als seinen Mann fürs Grobe einsetzt. (MX 682) Latifer Boyd ist sein Agent für diffizilere Aufgaben - ein Auftragskiller, dessen bevorzugte Waffe ein Stilett ist. (MX 682)
Geschichte
Gründung von MAGMA
Patroulaakis wartete geduldig darauf, dass Jedediah Caine sein Vermögen aufbrauchte, um dann in die Bresche zu springen - nicht ohne Hintergedanken. Durch den angesehenen Gelehrten und Abenteurer erlangte er einen Zugang zur intellektuellen Elite von Waashton, die ihm auf den wenigen Empfängen, zu denen er überhaupt geladen war, stets nur Misstrauen und Verachtung entgegengebracht hatte. (MX 675)
Als Caine um 2552 auf einem Markt in Fraace die Memory-Maschiin entdeckte, war Patroulaakis zunächst skeptisch. Nachdem ein Team aus Fachleuten jedoch die Funktionsweise des Artefakts bestätigt hatte, finanzierte er dessen Instandsetzung. (MX 675)
Spätestens 2555 gründete Patroulaakis die Geheimorganisation MAGMA. Im großen Speisesaal von Morrowhill Manor - mit acht Meter hohen Decken, drei prächtigen Kronleuchtern und einer sechzehn Meter langen Tafel - fand das Gründungsdinner statt, bei dem der Bund buchstäblich mit Blut besiegelt wurde. Die Teilnehmer - Menschen, Nosfera, Hydriten und andere Wesen - vereinte das Ziel, die Herrschaft über den Planeten zu erlangen. (MX 675)
Die Memory-Maschiin
Die erste erfolgreiche Anwendung der Memory-Maschiin an Trevor Armistad ermöglichte es dem Spezialagenten Latifer Boyd, sich Zugang zu hochbrisanten Daten im Pentagon zu verschaffen. Doch Patroulaakis wollte mehr - etwas deutlich Spektakuläreres. Das Netzwerk von Patroulaakis sammelte Informationen über Matthew Drax, dessen Erinnerungen an die Zeit vor der Kometenkatastrophe als besonders wertvoll galten. Im Spätsommer 2555 lockte MAGMA eine zweite Expedition in den Beverley Creek, um Drax in eine Falle zu locken. (MX 675)
2555 hatte Patroulaakis seine Frau Heleena und seine Söhne Sokraas und Plaaton aus Sicherheitsgründen auf die Sommerresidenz in Malibuu fliegen lassen. (MX 675)
Laan'hal'bakor
Die Aktion im Beverley Creek scheiterte, und Jedediah Caine kam dabei ums Leben. Kurz darauf nahm eine mysteriöse Künstliche Intelligenz in Form einer Drohne Kontakt mit Patroulaakis auf, während dieser auf der Terrasse von Morrowhill Manor frühstückte. Das Fluggerät senkte sich summend vor der Balustrade herab, und Patroulaakis hielt es zunächst für einen schrägen Scherz seines Mitarbeiters Caine. Die Drohne wusste jedoch bereits von Caines Tod und stellte sich als eigenständiges Wesen vor, das in jedes elektrische Gerät übergehen könne. Obwohl seine Leibwächter die Waffen erhoben hatten, blieb Patroulaakis ruhig und stimmte vorerst zu, das Wesen in MAGMA aufzunehmen. Er wies der Drohne den Turm im Südflügel seines Anwesens als Quartier zu und erklärte diesen für tabu. (MX 675)
Einige Zeit später kehrte das Wesen, das sich Laan'hal'bakor nannte, mit einem Quadkopter zu Patroulaakis zurück. Es hatte zuvor eine MAGMA-Sabotageaktion gegen eine WCA-Kommunikationszentrale für seine eigenen Zwecke ausgenutzt und dabei die meisten Mitglieder des Einsatzteams getötet. Laan'hal'bakor landete auf der Balustrade von Morrowhill Manor und bat Patroulaakis höflich um ein Gespräch, wobei er andeutete, ihm wertvolle Informationen anbieten zu können. (MX 676)
Patroulaakis missfiel es, dass sich der Daa'murengeist durch das Stromnetz des Anwesens bewegte, da es seinen Mitstreitern unheimlich war. Er bestand darauf, dass Laan'hal'bakor sich zur Kommunikation stets in den Quadkopter im Turm begab, der über einen Lautsprecher verfügte. (MX 677) Um Laan'hal'bakor mit Energie zu versorgen, ließ Patroulaakis Tag für Tag Trilithiumkristalle und Batterien in die Turmkammer hinaufschaffen. (MX 677)
Als einer seiner Informanten im Weltrat berichtete, dass ein Team nach South Dakota aufgebrochen war, um die Quelle einer enormen Stroom-Menge zu untersuchen, teilte Patroulaakis diese Information mit Laan'hal'bakor. Er beauftragte den Daa'mure, vor Ort die Machtstrukturen in Erfahrung zu bringen und mögliche Allianzen auszuloten. (MX 677)
Debaser und Jugo Innochin
Patroulaakis setzte die Designer-Droge Debaser als Instrument zur Destabilisierung Waashtons ein. Die Droge wurde in geheimen Laboren entwickelt und über ein Händlernetz in der Metropole verbreitet. Es gab drei Labore im Umland von Waashton. (MX 682)
Hagbard Kubins Neffe Jugo Innochin leistete zunächst gute Arbeit bei der Verteilung von Debaser, verfiel dann aber dem Größenwahn - möglicherweise, weil er die Droge selbst nahm. Statt diskret seine Geschäfte zu betreiben, trieb sich Innochin in Clubs und Kneipen des Amüsierviertels Andy's Morgan herum, prahlte und protzte und warf dabei mit Debaser um sich. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Gesetzeshüter auf ihn aufmerksam wurden. (MX 682)
Als Patroulaakis durch einen Informanten bei der Dark Force erfuhr, dass ein Zugriff auf Innochin bevorstand, gab er sofort den Befehl, Innochin aus Waashton herauszubringen. Pidbull evakuierte den Drogenhändler in letzter Sekunde per Gleiter vom Dach des Gebäudes, in dem sich Innochin aufhielt. (MX 682)
Patroulaakis befahl Pidbull, Innochin unter dem Vorwand einer Großwildjagd auf Gräbber in der Wüste von Sonoora per Eisenbahn zum Handelsposten Mandaluz zu bringen. In Wahrheit hatte Patroulaakis eine „endgültigere Lösung" im Sinn: Innochin sollte bei der Jagd ums Leben kommen, da er als Risiko für MAGMA eingestuft wurde. (MX 682)
Als zusätzliche Absicherung bestellte Patroulaakis Latifer Boyd auf sein Anwesen und erteilte ihm den Auftrag, als Backup-Killer zu fungieren, getarnt als Silber- und Goldhändler. Boyd sollte sich auf dem Handelsposten im Hintergrund halten und nur eingreifen, falls Pidbull versagte und Innochin sich auf den Rückweg nach Waashton machte. Zudem wies Patroulaakis Boyd an, mögliche Verfolger aus dem Weg zu räumen. (MX 682)
In einem Funkgespräch mit Hagbard Kubin stellte Patroulaakis die Evakuierung als umsichtige Schutzmaßnahme dar. Kubin war zerknirscht wegen des Ärgers, den sein Neffe bereitete, und bedankte sich ausdrücklich bei Patroulaakis. Er schöpfte keinerlei Verdacht. (MX 682)
Der verschollene Waffenkonvoi
Nachdem Laan'hal'bakors Quadkopter im versteinerten Wald von Shedhill Creek zerschellt war, stellte Patroulaakis dem Daa'murengeist eine einfache Drohne mit nur einem Rotor als Ersatzkörper zur Verfügung. Sie besaß keinen Trilithiumantrieb mehr und musste aufgeladen werden, verfügte dafür aber über eine lange Flugzeit. (MX 687)
Einige Wochen nach Laan'hal'bakors Ankunft auf Morrowhill Manor geriet einer der MAGMA-Konvois in Not. Drei Transporter waren von Chaalston zu einem MAGMA-Stützpunkt bei Waashton unterwegs, als über die gesicherten Funkkanäle ein abgehackter Notruf einging. Der Funkoffizier vermutete einen Unfall; das betroffene Gebiet ließ sich auf eine schwer passierbare Sumpflandschaft eingrenzen, die der Konvoi eigentlich hätte umfahren sollen. (MX 687)
Den Verlust der Konvoi-Besatzung - in Patroulaakis' Worten „ersetzbares Menschenmaterial" - hätte er verschmerzen können, nicht aber den Verlust der Fracht: Der Konvoi führte Waffen mit sich, die beim geplanten Angriff auf das Pentagon unschätzbare Dienste leisten sollten - darunter EMP-Granaten, angeblich einzigartige Prototypen, auf die Patroulaakis großen Wert legte. Zudem befand sich brisantes Informationsmaterial an Bord, unter anderem Namen und Standorte der MAGMA-Verbindungsleute, das nicht in falsche Hände geraten durfte. (MX 687)
Patroulaakis beauftragte Laan'hal'bakor, das Gebiet aus der Luft auszukundschaften, die Waffen zu bergen und die Aufzeichnungen zu sichern. Er stellte dem Daa'mure eine bunt zusammengewürfelte Bergungsmannschaft zur Seite, die ihm zu Fuß und mit Schlauchbooten folgte und seinen Anweisungen unterlag, und gab ihr eine vergilbte Karte mit den sicheren Pfaden durch den Sumpf mit. Mit etwaigen Überlebenden sollte man sich nur dann befassen, wenn es keinen allzu großen Aufwand bedeutete - Schwerverletzte überließ er kühl der Natur. Den Aufbruch befahl er für das Morgengrauen und erwartete binnen zweier Tage einen Bericht. (MX 687)
Die Bergungsaktion scheiterte, und der Waffentransport wurde im Sumpf vernichtet. Die EMP-Granaten zündeten dabei allerdings nicht. (MX 687)
Die einrotorige Drohne wurde im Battle Creek Cypress Swamp beschädigt, woraufhin Laan'hal'bakor auf ein leistungsfähigeres Fluggerät bestand. Patroulaakis ließ daraufhin von einem Team seiner Techniker eine viermotorige Drohne mit deutlich besseren Werten und neuen Fähigkeiten aufrüsten - ohne zu ahnen, dass die Liste der gewünschten Modifikationen in Wahrheit von Laan'hal'bakor selbst stammte. (MX 690)
Operation Gluecifer
MAGMA hörte den Funkverkehr zwischen einem WCA-Stützpunkt und dem Panzerfahrzeug von Matthew Drax ab - die WCA hatte kurz zuvor ein neues, reichweitenstärkeres, aber noch unverschlüsseltes Funksystem in Betrieb genommen. So erfuhr Patroulaakis von einem einsatzfähigen Atomsprengkopf, den Drax von Kansas aus nach Osten in Richtung Waashton transportierte. Da Drax ohnehin weit oben auf MAGMAs Todesliste stand, setzte Patroulaakis ohne Zögern die Operation Gluecifer in Gang, um den Transport abzufangen und den Sprengkopf für MAGMA zu erbeuten. (MX 690)
Das Kommando übertrug er dem Nosfera Nogaart, dessen Trupp mit MAGMAs einzigem Gleiter vom neu errichteten Hangar nahe Morrowhill Manor aus startete. Für den Nachmittag hatte Patroulaakis mehrere Verbündete aus dem Süden geladen, denen er den erbeuteten Sprengkopf als Zeichen der wachsenden Macht von MAGMA präsentieren wollte. (MX 690)
Die Operation gelang, doch Matthew Drax schoss dabei MAGMAs einzigen Gleiter ab. Weil ein Transport der Bombe nach Morrowhill Manor zu riskant erschien, wies Patroulaakis den Trupp an, die Beute stattdessen zu seinem Verbündeten Hagbard Kubin nach Millevillage umzuleiten, wo sie in einer unterseeischen Grotte verwahrt werden sollte. In einem Funkgespräch erfuhr Patroulaakis von Kubin, dass dessen totgeglaubter Neffe Jugo Innochin überlebt hatte und sich bei seinem Onkel gemeldet hatte - sehr zu Patroulaakis' Verärgerung, da Innochin sich nicht zuerst bei ihm, seinem Boss und Förderer, gemeldet hatte. Zudem hegte Kubin inzwischen Misstrauen, weil Patroulaakis ihn über die wahren Gründe für Innochins Verschwinden in Sonoora belogen hatte. (MX 690)
Nur Stunden nach ihrer Ankunft detonierte die Bombe in Millevillage und legte die gesamte Stadt in Schutt und Asche. Hagbard Kubin und nahezu das gesamte Gluecifer-Kommando kamen ums Leben; einzig der Sprengstoffexperte Sy Bolatero überlebte und meldete sich später bei Patroulaakis, der ihm einen Bonus und eine Beförderung in Aussicht stellte, zugleich aber Stillschweigen befahl. (MX 690)
Den Verlust des einzigen Gleiters verbuchte Patroulaakis als schwersten Rückschlag der gescheiterten Operation; um Kubin trauerte er nicht. Er erwog, die Katastrophe propagandistisch auszuschlachten, indem man das Gerücht streute, die WCA sei für die Detonation und den Tod Tausender verantwortlich. Zugleich beschloss er, die Loyalität seines Logiergasts Laan'hal'bakor auf die Probe zu stellen, indem er ihn mit der neuen Drohne unter Gefechtsbedingungen einsetzte - auch, um Ersatz für den verlorenen Gleiter zu beschaffen. (MX 690)