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Eine kleine Insektenkunde

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Die kleine Insektenkunde wurde am 15. März 2000 von Timothy Stahl erarbeitet und in MX 13: Das Milliarden-Heer abgedruckt. Es war leicht verändert ebenfalls auf dem alten verlagseigenen MX-Portal zu finden, bis dieses 2017 nach einem Hackerangriff abgeschaltet wurde, und wird mit Erlaubnis des Bastei-Verlags auch hier zur Verfügung gestellt.


Eine »kleine Insektenkunde«
von Timothy Stahl

Comdo, MADDRAX-Fans! Im vorliegenden Roman [Band MX 13: Das Milliarden-Heer, Anm. d. Typ.] steht den Hauptpersonen Matthew Drax und Aruula eine wahre Unzahl von »Co-Stars« zur Seite bzw. gegenüber – Insekten. Von einer Art, wie wir sie heute (glücklicherweise) nicht kennen: mordlustige Mutanten, wahrhaft ungeheure Ungeheuer ...
Nun bin ich zwar der Meinung, dass man in einem Unterhaltungsroman (noch dazu in dieser Serie) den Rahmen des Möglichen und Wahrscheinlichen durchaus nicht nur ausschlachten, sondern auch ein gutes Stück überschreiten darf (Hey, das macht schließlich die halbe MADDRAX-Fun aus!), doch als Autor sollte man zumindest im Hinterkopf ein paar Fakten haben, auf die man die Fiktion aufbaut.
Da ich aber weder Biologe noch sonstwie firm in Entomologie bin, habe ich sozusagen den »Kleinen Kerbtier-Crashkurs« (Internet macht's möglich) belegt und mich ein bisschen schlau gemacht, was die Natur der Insekten angeht. Im Zuge meiner Recherchen bin ich auf zahlreiche Informationen gestoßen, die teilweise in diesen Band eingeflossen sind und von denen ich euch an dieser Stelle ein paar nennen möchte, weil ich sie zu faszinierend fand, um sie nur für mich zu behalten.

Aller Forschung zum Trotz darf man die Insekten (Kerbtiere) wohl als die unbekannteste Spezies unseres Planeten bezeichnen. Zwar werden in einschlägigen Werken mindestens eine Million verschiedener Arten erfasst, Schätzungen jedoch gehen davon aus, dass es auf der Erde noch weitere 15 bis 30 (!) Millionen Insektenarten gibt. Die Gesamtzahl aller Insekten auf Erden wird auf etwa eine Trillion geschätzt (Das ist eine Eins mit achtzehn Nullen). Demzufolge hätten wir in der Relation zur Weltbevölkerung eine »Pro-Kopf-Insektenzahl« von 150 Millionen. Und das Gesamtgewicht aller Insekten schätzt man auf 2,5 Milliarden Tonnen.
Den größten Teil unter den Insekten machen die Käfer aus. Die Angaben über die Zahl verschiedener Käferarten schwanken zwischen 350.000 und 400.000. In dieser »Rangliste« folgen die Schmetterlinge mit rund 150.000 bekannten Arten, den dritten Platz belegen die so genannten Hautflüger (z.B. Fliegen, Mücken und Wespen), von denen es circa 120.000 Arten gibt.

Dem Menschen sind Insekten in mehrerer Hinsicht überlegen: Zum einen gab es sie schon lange bevor unsere Rasse diesen Planeten zu verwüsten begann; die ersten Insekten tauchten bereits vor etwa 400 Millionen Jahren auf (die ersten flugfähigen übrigens rund 100 Mio. Jahre später), und Entomologen sind sich einig darüber, dass die Insekten auch das Zeug dazu haben, die Menschheit im Falle eines (Katastrophen-)Falles zu überleben, u. a. weil Insektenlarven bis zu -70 Grad Celsius wegstecken können; erwachsene Tiere verkraften immerhin noch bis zu 25 Minusgrade. Dazu passt außerdem, dass in den USA heute schon über 150 Insektenarten gegen herkömmliche Gifte immun sind. Die Folge: Die Hersteller von Pestiziden und Insektiziden entwickeln immer stärkere Stoffe, um Schadinsekten zu Leibe zu rücken. Bleibt abzuwarten, wann der Punkt erreicht ist, an dem diese Gifte nur noch auf Menschen wirken ...

Erstaunliches gibts auch zum und rund ums Thema »Insekten-Sex« zu vermelden. So gilt ein gar possierliches Tierchen mit dem profanen Namen Kohl-Blattlaus als fruchtbarstes dieser Welt. Würden alle Nachkommen eines einzigen Elternpaares überleben, brächten sie binnen eines Jahres 800 Millionen Tonnen an Gewicht auf die Waage.
Viele Insekten entwickeln sich zwar im Eiltempo, bei einigen Arten jedoch dauerts ein ganzes Weilchen, bis aus dem Ei ein Vollinsekt wird – bis zu 17 Jahre nämlich, wie bei der (nomen est omen) 17-Jahr-Zikade.

Facetten- oder Netzauge, den Begriff hat man schon einmal gehört. Der Fachmann spricht hier auch von einem Insekten-Komplexauge, das sich (man lese und staune) aus bis zu 30.000 Einzelaugen zusammensetzt. Die Fühler eines Insekts kennt freilich auch jeder; was man vielleicht nicht weiß: Dabei handelt es sich um hoch entwickelte Geruchssensoren, die tausendmal empfindlicher sind als chemische Detektoren, die von Menschenhand gebaut wurden.

Der langen Rede kurzer Sinn: Vielleicht ist das in diesem Roman beschriebene Szenario doch nicht so fiktiv, wie wir gerne glauben würden. Warten wir also den 8. Februar 2012 ab und lassen uns (unangenehm) überraschen.

In diesem Sinne
fa ju magare te feesa!

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