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Die Historie der Hydriten

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Die Historie der Hydriten wurde von Bernd Frenz erarbeitet und in MX 37: Enthüllungen abgedruckt. Es war ebenfalls auf dem alten verlagseigenen MX-Portal zu finden, bis dieses 2017 nach einem Hackerangriff abgeschaltet wurde, und wird mit Erlaubnis des Bastei-Verlags auch hier zur Verfügung gestellt.


Die Historie der Hydriten
aufgezeichnet von Bernd Frenz

Mythologie:
Einst waren die Hydriten ein kriegerisches Volk, das Mar'os als dunklen Urvater ihrer Rasse anbetete. Er war ein despotischer Meeresgott, der das Recht des Stärkeren vertrat und alles Schwache verabscheute.
Die Hydriten lebten zu dieser Zeit von der Jagd und verzehrten Fische in jeder Größe. Selbst Haie, Kraken und Urzeitungeheuer waren nicht vor ihren Dreizack-Attacken sicher. Die Hydriten von Atlantik, Pazifik und Indischem Ozean rangen dabei um die Vorherrschaft und lagen in ständiger Fehde miteinander.
Dies änderte sich erst mit dem Auftauchen von Ei'don, dem Sohn der Tiefe. (Angeblich stammt er aus dem Marianen-Graben, der selbst für die Hydriten bis heute unerforschtes Gebiet ist.) Ei'don einigte die zerstrittenen Stämme des Pazifik in den pylonischen Kriegen und unterwarf danach die Hydriten des Atlantiks und des Indischen Ozeans. Nach zwanzig Phasen (Jahren) unerbittlichen Ringens hatten sich die Hydriten so sehr dezimiert, dass sie nur noch in weit verstreuten Enklaven lebten. Als der neue Herrscher die Bitterkeit seines Sieges erkannte, vollzog sich bei ihm ein Sinneswandel, der von späteren Generationen als göttliche Eingebung verklärt wurde. Ei'don verfügte, dass die Lehren des Mar'os keine Gültigkeit mehr hätten. Gewalt wurde zur Wurzel allen Übels erklärt, die Jagd auf andere Meeresbewohner und deren Verzehr gänzlich verboten. Innerhalb einer Generation wurden die Fleischfresser zu Vegetariern, die sich nur noch von Plankton ernährten. Damit einher setzten sich Ei'dons Thesen zu einem friedlichen Miteinander unter den Hydriten durch. Nach Ei'dons Tod wurde er zur obersten Gottheit ernannt und sein Körper in den Tiefen des Marianen-Grabens versenkt.
Im Laufe der Jahrhunderte flackerte immer wieder der alte Mar'os-Kult auf, der stets mit illegalem Fischverzehr einher ging. Die vorherrschende Religion wurde aber durch solche Geheimbünde niemals ernstlich bedroht.
Die moderne Forschung deckte schließlich auf, dass die vegetarische Ernährung eine Hormondrüse der Hydriten verkümmern lässt, die für die Ausschüttung von Aggressionshormonen verantwortlich ist. Der Genuss von rohem Fisch lässt diese Drüse in kürzester Zeit wieder anschwellen – dies steht vermutlich in direktem Zusammenhang mit dem zeitweiligen Aufflackern der Mar'os-Kulte, die seit über tausend Jahren endgültig ausgerottet sind (aber in den MADDRAX-Bänden 32/33 wieder eine Rolle spielten).
Obwohl Religion längst nicht mehr die gleiche Rolle wie zu Ei'dons Lebzeiten spielt, glauben die meisten Hydriten, dass sie eine Unterwasserspezies sind, die sich völlig von den Luftatmern, insbesondere den Menschen, unterscheidet.

Herkunft:
Neuere Forschungen scheinen zu beweisen, dass Menschen und Hydriten gemeinsame Vorfahren haben. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihr Volk von einer Primatengattung abstammt, die sich in grauer Vorzeit von Land- zu Wasserbewohnern zurück entwickelte. Dafür spricht u. a. die Tatsache, dass Hydriten lebend gebären (ähnlich wie einige Fischarten, z.B. die Guppys), dass sie Lungenansätze besitzen, die ihnen ein befristetes Überleben an Land ermöglichen, und das ihre Weibchen Brüste haben, mit denen sie ihren Nachwuchs säugen.

Zeitrechnung:
Die Zeitrechnung der Hydriten beginnt 1436 v. Chr. mit Ei'dons Krönung zum unumschränkten Herrscher der Meere und der Verkündung des »neuen Lebensstils«. Der Zeitpunkt des ersten Zusammentreffens zwischen Matthew Drax und Ouart'ol wäre also das Jahr 3936 hydritischer Zeitrechnung.
Die Phasen der Hydriten entsprechen den Jahren der Menschen, denn die Meeresbewohner richten sich ebenfalls nach der Erdrotation – wenn auch noch nicht ganz klar ist, warum.

Wohnraum:
Zu Zeiten Ei'dons lebten die Hydriten in Höhlen oder primitiv aufgeschichteten Gesteinsgrotten. Mit zunehmender Zivilisation erlernten sie den Bau von kuppelartigen Gebäuden, die durch Transportröhren verbunden sind.

Verhältnis zu den Menschen:
Es ist kein Zufall, dass die griechischen Namen Mare und Poseidon den Urvätern der Hydriten sehr ähneln. Es hat immer wieder sporadische Kontakte zu Landbewohnern, insbesondere deren Seeleuten gegeben – dabei wurden diese Namen überliefert. Die Menschen reagierten bei vielen dieser Begegnungen mit Schrecken und gingen entsprechend gewalttätig gegen die »Seemonster« vor. Die friedliebend gewordenen Hydriten beschlossen deshalb, den Kontakt mit Landbewohnern so weit wie möglich zu vermeiden. Es gab aber immer wieder Individualisten, die dieses Gesetze missachteten und mit einzelnen Menschen geheime Kontakte zum beiderseitigen geschäftlichen Nutzen unterhielten.
Der Evolution der Hydriten wurde durch die Begegnungen mit den Landbewohnern immer wieder entscheidende Impulse verliehen. (Es ist ja allgemein bekannt, dass technologischer Fortschritt durch Kriege beschleunigt wird. In diesem Punkt hatten die »wilden« Menschen den friedliebenden Hydriten etwas voraus.) Es gab deshalb immer Beobachter unter den Hydriten, die das Leben an Land insgeheim observierten.
Bei den ausgesuchten Kontakten kam es immer wieder zu Freundschaften und Liebesbeziehungen. Die Legende von den Meerjungfrauen basiert auf Begegnungen zwischen Männern und Hydritinnen. Auch Sagen über Wassermänner, Seeungeheuer und Ähnliches gehen auf die Hydriten zurück.
Das Wissen um die Existenz der Meeresbewohner ging bei den Menschen in der Zeit der Aufklärung verloren. Je besser sie mit ihren Dampfschiffen die Ozeane erschlossen, desto vorsichtiger wurden die Hydriten. Nur noch wenige Landbewohner wussten von ihrer Existenz – und diese Auserwählten schwiegen, um zu verhindern, dass ihre Freunde auf dem Seziertisch landen. Der prominenteste Freund dieser Zeit war der Franzose Jules Verne. Er fand als Knabe einen verletzten Hydriten am Strand und pflegte ihn gesund. Die Zusammenkunft mit dem Meereswesen inspirierte ihn zu seinen ersten phantastischen Geschichten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zogen die Hydriten ihre letzten Beobachter ab und gaben ihre küstennahen Städte auf, um sich so tief wie möglich in die Weiten des Meeres zurückzuziehen. Die aufkommende U-Boot-Technik wurde langsam gefährlich und der 1. Weltkrieg schien endgültig zu beweisen, dass die Landbewohner zu einer unberechenbaren Gefahr geworden waren. Stattdessen fingen die Hydriten Radiowellen auf, um die Ereignisse an der Oberfläche zu verfolgen.
So erfuhren sie von dem Wahnsinn des 2. Weltkriegs und allen weiteren Landkriegen, später auch von den zunehmenden Problemen der Umweltverschmutzung.
Auf den Kometeneinschlag zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren sie dank ihrer Beobachter ebenfalls vorbereitet. Die Auswirkungen der Katastrophe, z.B. die Abkühlung der Meerestemperatur um einige Grad, machten ihnen kaum zu schaffen. Lediglich einige Städte gingen durch Seebeben und Kontinentalplatten-Verschiebungen verloren.
Nach weiteren hundert Jahren auf Tauchstation sandten die Hydriten wieder wissenschaftliche Beobachter an die Oberfläche. Da durch die CF-Strahlung keine Nachrichten mehr aufgefangen werden konnten, mussten sie auf die alte Methode des direkten Sichtkontakts zurückgreifen. Und da die Landbewohner inzwischen technologisch weit unterlegen sind, halten die Hydriten diese Unternehmungen auch für ein kalkulierbares Risiko.
Natürlich wollen die Hydriten nicht nur ihre Neugierde befriedigen, sondern auch mehr über die Auswirkungen des Kometen herausfinden. Obwohl es im Meer viel weniger Mutationen wie an Land gab, ist ihnen nicht verborgen geblieben, dass an der Oberfläche etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Außerdem hoffen die Wissenschaftler, durch ihre Beobachtungen erneut Anregungen und Erkenntnisse für ihre eigene Kultur zu erlangen (aus demselben Grund beobachten die Menschen schließlich auch die Tierwelt).

Technologie:
Die Hydriten bedienen sich einer Technobiologie, der sogenannten Bionetik. Ihre Hilfsmittel basieren größtenteils auf (mikrobiologischen) Lebensformen, die entsprechend den vorgesehenen Funktionen gezüchtet wurden. So gibt es leuchtende Kleinstlebewesen, die sich an der Decke festsetzen und von vorbei schwebendem Plankton leben. Ähnlich ist es mit den Quallen in den Transportröhren.
Gerade durch das Plankton lässt sich jede beliebige stationäre Lebensform erklären. Es könnte sogar Häuser oder ganze Städte aus lebenden Korallen geben.

Die Quan'rill-Kaste:
In den vergangenen fünfhundert Jahren haben einige hochbegabte Hydriten die Fähigkeit entwickelt, ihren Geist zum Zeitpunkt des Todes vom Körper zu lösen und in eine neue Hülle zu transferieren. Der erste Hydrit, dem dies vor dreihundertfünfzig Jahren gelang, hieß Quan'rill. Er war ein Meister der Meditation und hatte vor seinem Tod bereits mit Astralreisen experimentiert. Als er starb, übertrug er seinen Geist auf einen geistig behinderten Hydriten. Da dies moralisch äußerst fragwürdig war, suchten die Gelehrten fieberhaft nach einer neuen Hülle für ihren Kollegen (nicht ohne Eigennutz; schließlich träumten viele Wissenschaftler davon, es Quan'rill gleich zu tun). Die Klon-Forschung wurde intensiviert und man entwickelte aus einer intakten Körperzelle des Toten einen geistlosen Quan'rill-Klon, in dem er weiterleben konnte.
Mittlerweile haben immer mehr führende Köpfe der Hydriten die Fähigkeit des Geistestransfers, des sogenannten Quan'rill erlangt. Sie bilden eine eigene Kaste, die alle Fäden im Staatsgefüge in der Hand hält. Von den normalen Hydriten schlägt ihnen deshalb nicht nur Sympathie entgegen, doch die Meereswesen sind zu friedliebend, um gegen die neue Elite aufzubegehren.
Andere Hydriten haben sich mit der Situation abgefunden und arbeiten besonders eng mit den Quan'rills zusammen, um durch sie Privilegien zu erhalten.
Derzeit gibt es etwa fünfhundert Quan'rill – Matthews Freund Quart'ol ist einer von ihnen.
Viele Hydriten argwöhnen übrigens, dass es kein Zufall sei, dass die Fähigkeit des Quan'rill erst nach dem Einschlag des Kometen aufgetreten ist, doch die Kaste blockt Untersuchungen in dieser Richtung ab.

Die Beobachter:
Die meisten Beobachter gehören zu einer Hydriten-Fraktion, die langfristig mit der Oberfläche in Kontakt treten möchte. Dazu müssen die Landbewohner natürlich erst eingehend überprüft werden. Meereka scheint besonders geeignet zu sein, denn die hier lebenden Menschen sind recht hoch entwickelt.
Einer der führenden Beobachter ist Nag'or, ein einflussreicher Wissenschaftler, der gerne Risiken auf sich nimmt und eine Forschungsstation vor der Küste Washingtons leitet. Er gilt jedoch seit Wochen als verschollen.
Eine andere Beobachtergruppe steht kurz davor, an der Westküste von Meereka Kontakt zu den Bewohner von Sub'sico [sic!] aufzunehmen. Darüber ist im Pazifik aber nur wenig bekannt, denn die Landmassen von Nord- und Südamerika trennen die Fischmenschen in den beiden Ozeanen, etwa so, wie der Atlantik uns Europäer von den Amis trennt.

Städte:
Die Unterwasserstädte der Hydriten liegen auf dem Kontinentalschelf, das sich an den Küsten der Kontinente entlang zieht und auf dem das Wasser nicht tiefer als 200 Meter wird. Entlang der amerikanischen Ostküste befinden sich neun Städte, die eine lose Konföderation im Neun-Städte-Bund besitzen. Hykton ist die Hauptstadt dieses Bundes. Drytor liegt in der Nachbarschaft Hyktons und ist eine Geisterstadt, seit es mit dem menschlichen Kampfstoff CK-512 vergiftet wurde (siehe Band 33). Jede Stadt wird von einem Hohen Rat (HydRat) regiert, dem ein/e OBERSTE/R vorsteht. Jeder OBERSTER ist auch Mitglied des Tribunals, in dem die Angelegenheiten des Neun-Städte-Bundes geregelt werden. Der OBERSTE des Tribunals ist der HÖCHSTE, die übrigen OBERSTEN werden in aufsteigender Reihenfolge als ZWEITE/R, DRITTE/R usw. bezeichnet.
An der europäischen Atlantikküste gibt es einen Sieben-Städte Bund, der gemeinsam mit dem Neun-Städte-Bund die Allatis-Konförderation bildet.

Zeiteinteilung:
Rotation = Jahr
Zyklus = Tag/Nachtgleiche
Phase = ca. 1 Stunde

Ozeane:
Allatis = Atlantik
Posedis = Pazifik
Maaris = Indischer Ozean

Siehe auch