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Ursprüngliches Serienexposé

Aus Maddraxikon
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Das ursprüngliche Serienexposé wurde am 24. April 1996 von Michael Schönenbröcher erarbeitet und in MX 67: Spielball der Götter abgedruckt. Es war ebenfalls leicht verändert auf dem alten verlagseigenen MX-Portal zu finden, bis dieses 2017 nach einem Hackerangriff abgeschaltet wurde, und wird mit Erlaubnis des Bastei-Verlags auch hier zur Verfügung gestellt. Das Konzept wurde verworfen, doch kam die ursprüngliche Serienheldin Amber Floyd dann doch noch zu einem denkwürdigen Auftritt in MX 67.

Anmerkung: Der erste Textblock von der Überschrift Hallo MX-Fans! bis zur Überschrift AMBER sowie ein Satz und mehrere Satzteile im zweiten Textblock stammen aus dem alten MX-Portal und fehlen in der Druckausgabe. Beim Übertragen dieser Teile wurde die Typografie an die der Druckausgabe angepasst.



Hallo MX-Fans!
Um endlich einmal die Frage zu beantworten, wie die Idee zu MADDRAX entstand, hier ein ganz besonderes Extra: Das ursprüngliche Original-Exposé, aus dem fast vier Jahre später unsere Helden hervorgehen sollten. Besonders interessant ist,

  • dass zunächst der 3. Weltkrieg für die Katastrophe verantwortlich war und kein Komet; diese Idee wurde erst geboren, als Wolfgang Hohlbein den ersten Band zur Serie schreiben sollte und Parallelen zu seinem SF-Epos „Charity“ vermeiden wollte,
  • dass die Heldin nicht durch ein Zeitphänomen, sondern durch Kälteschlaf die Zeit überdauerte (diese Idee wurde dann bei Claude deBroglie in Band 8 umgesetzt); der Zeitrahmen war bereits im Alternativtitel enthalten,
  • wie sehr Dr. Matthew Brodens Schicksal bereits dem späteren von Professor Dr. Smythe entspricht,
  • dass die Bunkermenschen hier noch als die große Überraschung für Band 50 gedacht waren, und
  • dass einige Namen in anderen Zusammenhängen in MX auftauchten: Amber Floyd = Christopher-Floyd, Matthew Broden = Matthew Drax. Beim Namen Dorrn sieht man schon den Ansatz für die Doppellaute, und der Begriff "Göttin aus dem Eis" wurde in maskuliner Form Titelgeber für MX Bd. 1.


AMBER (alternativ: AMBER, 2500 a. D.)
Genre: Postatomare SF-Fantasy mit Horror-Einschlag

Grundidee, 1. Band:
In den letzten Tagen des 2. Jahrtausends kommt es zum 3. Weltkrieg. Zunächst konventionell ausgetragen, wächst er sich rasch zum atomaren Weltenbrand aus, der die menschliche Zivilisation vom Antlitz der Erde fegt. Dank moderner Waffentechnik wird nicht einmal viel Bausubstanz zerstört; nur das Leben darin. Elektromagnetische Impulse machen sämtliche Technik unbrauchbar. Sogar bombensichere Regierungsbunker der Großmächte entgehen nicht dem Einfallsreichtum des feindlichen Militärs.
Natürlich gibt es Überlebende, doch sie zählen nur nach Tausenden. Ein nuklearer Winter legt sich über den verseuchten Erdball; der Kampf ums nackte Überleben läßt keinen Raum für Wiederaufbau. Besser überstanden haben die Katastrophe die wahren Beherrscher der Erde: die Insekten. Ihre Population wächst ins Unermeßliche und bringt interessante Mutationen hervor. (Anmerkung: Viele Insekten verkraften sogar Radioaktivität.)
Von all dem bekommt die Heldin der Serie, Dr. Amber Floyd, nichts mit. Denn sie ist einer der beiden Menschen, die die Katastrophe unbehelligt verschlafen haben. Als Regierungstechnikerin war sie betraut mit der Entwicklung von Kryogen-Kammern, in denen ein Organismus eingefroren und über Hunderte von Jahren funktionstüchtig erhalten werden kann. Bei Ausbruch des Krieges arbeiteten sie und ihr ca. 20-köpfiges Team an zwei Prototypen des Tanks. Dr. Floyd hatte sich zu einem Selbstversuch entschlossen; sie sollte für eine Woche eingefroren werden. Nach vier Tagen ereilte den Regierungsbunker, in dem sich das Forschungszentrum befand, ein herber Schlag in Form einer Megatonnenbombe, die nur das zusätzlich isolierte Kryogen-Labor halbwegs unbeschadet ließ. Während die restliche Besatzung ihr Leben ließ, schlief Dr. Floyd den Schlaf der Gerechten. Doch er sollte nicht eine Woche, sondern 500 Jahre dauern. Denn als der Bunker in Alarmzustand versetzt wurde, führte Ambers Assistent, Dr. Matthew Broden, eine hastige Neujustierung durch, bevor er das Labor versiegelte und sich selbst in den zweiten Tank legte.
Die atomare Eiszeit dauert gut vierhundertfünfzig Jahre; danach ist auch die Strahlung auf ein erträgliches Maß zurückgegangen. Die an vielen Stellen aufgebrochene Erdkruste hat sich neu gestaltet; die gewaltigen Gletscher, die Nordamerika bedeckten, ziehen sich zurück. Der Bunker liegt nun nicht mehr 200 Meter unter dem Fels eines Bergmassivs, sondern wurde quasi von den Naturgewalten an die Oberfläche geschält. Wie durch ein Wunder blieben die autarken Kryo-Kammern unbeschädigt.
Die Menschheit hat überlebt, ist jedoch in ein Stadium zurückgefallen, das der Eisenzeit entspricht. Barbarische Sippen durchziehen das erwachende Land. Domestizierte Rieseninsekten dienen als Reittiere, rattenartige Säugetiere als Hauptnahrung. Eine der Sippen – ein gemäßigter Stamm – entdeckt die Überreste des Labors – und den in einen Eisblock eingefrorenen Kryo-Sarg Amber Floyds. Durch die Plexiglas-Abdeckung kann man ihren nackten, von Drähten und Kontakten überzogenen Körper sehen.
Natürlich identifiziert der Stamm die Fremde als „Göttin aus dem Eis“ und schleppt sie fürderhin als Reliquie mit sich herum. Doch als sie weiter nach Süden vorstoßen, beginnt das Eis zu schmelzen und gibt den Sarg frei. Einer der Krieger, Dorrn, fingert an den bunten Knöpfen herum und aktiviert zufällig die Wiederbelebung.
Amber ist nicht schlecht überrascht, als sie sich – im festen Glauben, nur eine Woche geschlafen zu haben – in einer drastisch veränderten Welt wiederfindet. Hilfreich ist, daß der Stamm sie weiterhin als Gottheit ansieht; trotzdem benötigt sie einige Tage, um über den Schock hinwegzukommen. Dann erlernt sie Bruchstücke der gestenreichen Barbarensprache und erfährt aus Legenden, was geschehen sein mag. Und sie erkennt, daß sie allein ist, in einem Land, das tödlicher und wilder ist, als je zuvor.
Dieses Umfeld bietet Raum für unzählige phantastische Abenteuer. Denn außer den Mutationen, die auch einige menschenähnliche Kreaturen und mörderische Pflanzen beinhalten, ist auch die Erde selbst ein sprudelnder Quell höchster Gefahren: Die Erdkruste ist noch immer nicht gänzlich zur Ruhe gekommen. Einen besonderen Reiz aber haben die Hinterlassenschaften der Zivilisation, die jahrhundertelang unter Eis begraben lagen und zum Teil noch einsatzfähig sind. Man stelle sich vor, eine Großstadt wie New York wird vom Eis freigegeben. In den Straßen liegen noch Autos herum, etliche Häuser sind unversehrt, in den Tunneln stehen U-Bahnen etc. Amber ist die Einzige, die das Wissen um die Funktion dieser Antiquitäten hat, und mit etwas Geschick kann sie z. B. einige Fahrzeuge wieder flottmachen. Unter ihrer Führung kann der Stamm eine Vormachtstellung einnehmen.
Ambers Begleiter ist Dorrn, ihr direkter Feind der Medizinmann des Stammes, der seinen Einfluß schwinden und in ihr eine konkurrierende Zauberin sieht. Einige Krieger können durch die neuerworbenen Waffen größenwahnsinnig werden und einen blutigen Krieg anzetteln. Amber könnte mit Dorrn fliehen und sich einer anderen Sippe anschließen. Die Möglichkeiten sind schier unerschöpflich.
Die wahre Bedrohung aber kommt von ganz anderer Seite. Amber weiß nicht, daß außer ihr noch jemand überlebte: Dr. Matthew Broden erwacht einige Wochen nach ihr aus seinem Schlaf und verliert angesichts der Umstände, in denen er zu sich kommt (vielleicht knabbert gerade eine 2-Meter-Kakerlake an seinem Bein), den Verstand. Mit einer Waffe, die er mit im Tank verstaute, kann er sich retten und Respekt verschaffen, als ein Stamm Kannibalen ihn findet. Auch sein verwirrter Geist bedient sich der Hinterlassenschaften der Menschheit, und er tut dies ohne Skrupel. Als später Amber auf ihn stößt, sind weitere Komplikationen vorprogrammiert.
Um ein großes Ziel zu haben (kleine Ziele sind z. B. die Suche nach einer Großstadt, nachdem Amber ihren Standort halbwegs bestimmt hat, der Bau einer Festung gegen eine drohende Gefahr oder eines Schiffes, etc.), bietet sich die Reise nach Australien oder Neuseeland an, wo nach Ambers Ansicht durch die isolierte Lage noch am ehesten Menschen überlebt haben könnten. Ob das tatsächlich der Fall ist und was diese Überlebenden vorhaben, muß noch überdacht werden. Sollte die Technik des 21. Jahrhunderts in einer Enklave „überlebt“ haben, können die Techniker in 500 Jahren eine Menge erreicht haben.

Maßgaben:
Fetzig, bunt, trashig. „Amber“ soll vor allem die Fans ansprechen, die auf Monsterfilme, Endzeitspektakel und schwertklirrende Fantasy stehen. Die Serie vereint in sich Elemente aus Science Fiction, Phantastik und Horror in einer völlig fremden und doch in Teilen bekannten Welt. Action und unglaubliche Gefahren stehen im Vordergrund; hier können bekannte Filme wie „Tarantula“, „Mad Max“, „Conan“ oder „Planet der Affen“ zu Rate gezogen werden. Mal ist der Kampf gegen Rieseninsekten Thema, mal die Jagd nach lebensnotwendigem Feuer. Auch zwischenmenschliche Beziehungen sollten nicht zu kurz kommen. Freunde und Feinde kommen und gehen; Überleben ist in dieser Welt Glückssache.
Wichtig ist das Episodenkonzept der Serie: Ein roter Faden zieht sich durch die Handlung, die aber immer in sich abgeschlossen Ambers Reise über die Kontinente schildert. Zyklen gibt es nur sporadisch. Später kann das Konzept sogar zur SF übergehen, wenn Amber auf die letzten Menschen der Vergangenheit trifft, deren Entwicklung in 500 Jahren nicht stehengeblieben ist.

Hauptpersonen:
Dr. Amber Floyd ist eine junge Wissenschaftlerin Anfang 30, die Medizin, Kybernetik und Astrophysik studiert hat. Sie besitzt kurzes (im Laufe der Serie länger werdendes) blondes Haar und blaugrüne Augen, ist 1,75 m groß und hat eine schlanke, nach 500 Jahren Kälteschlaf aber nicht allzu durchtrainierte Figur (anfangs kann sie sich kaum bewegen). Und weil eine Schauspielerin als Identifikationsfigur so beliebt ist: Amber sieht der jungen Sigourney Weaver ("ALIEN") ähnlich.
Dorrn ist nicht gerade ein muskelbepackter Barbar wie „Conan“, hat aber einiges zu bieten und sieht nicht schlecht aus (wobei in einer solchen Welt Abstriche wie Narben, verfilzte Haare oder stinkende Rattenfelle in Kauf genommen werden müssen). Dorrn ist Ende 20, hat dunkelbraunes, schulterlanges Haar und braune Augen. Auf der linken Wange, quer über die Brust und auf dem rechten Schenkel trägt er deutliche Narben; ein Dutzend kleinere sind über seinen Körper verteilt.
Dr. Matthew Broden ist ein eher unauffälliger Mann Mitte 30. Kurzes blondes Haar, im Zenit schon schütter, Brillenträger (aber nicht zu kurzsichtig, denn die Brille hält sich nicht lange), blaue Augen. Fühlte sich als Wissenschaftler von Kollegen zurückgesetzt, ist geltungssüchtig und neigt zu Unbeherrschtheit. War heimlich in Dr. Amber Floyd verliebt, wagte aber nie den Schritt, es ihr zu gestehen. (Unter seinem Wahnsinn nimmt diese Liebe ganz neue Züge an.)
Die Monster rekrutieren sich aus den Tieren, die dank Resistenz oder Vermehrung einen Atomkrieg am ehesten überstehen würden. 80 % des Viehzeugs sind Insekten aller Couleur, manche klein und brandgefährlich, manche riesenhaft und nicht minder gefährlich. Säugetiere sind rar; am meisten trifft man auf Nachkömmlinge von Ratten und Karnickeln. Kaum verändert haben sich die Vögel, von denen überraschend viele überlebt haben. Auch menschenähnliche Kreaturen irren noch umher; Nachfahren von Strahlenopfern, die vom Tod vergessen wurden. Recht eklig.

Siehe auch